Max Lang will sich in Kolumbien sein Ticket für Tokio sichern.Foto: OneKilo Foto: Schwarzwälder Bote

Gewichtheben: Max Lang muss in Kolumbien alles geben, um sich das Ticket für die Olympsichen Spiele in Tokio noch zu holen

Kommende Woche steht für Gewichtheber Max Lang der letzte verbleibende Wettkampf zur Qualifikation für die Olympischen Spiele auf dem Programm. Es geht nach Cali in Kolumbien.

Mit dem überraschenden Europameistertitel im Stoßen feierte Gewichtheber Max Lang vor wenigen Wochen in Moskau den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere. Zeit wirklich zu feiern, hatte der 28-Jährige, der in Ostelsheim aufgewachsen ist, bislang aber nicht. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich seit dem Wettkampf selten an die Europameisterschaft zurück gedacht", sagt Lang lachend. Kaum zurück zu Hause in Sandhausen sei er direkt wieder ins normale Training eingestiegen. Denn Lang hat ein großes Ziel vor Augen: die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio.

Bei den Spielen wird nur der Titel im Zweikampf, bestehend aus Reißen und Stoßen, vergeben. Für die Qualifikation sind aber nicht Platzierungen und Titelgewinne ausschlaggebend, sondern die in Punkten umgerechnete Leistung. Durch seine relativ schlechte Zweikampfleistung bei der EM kämpft Lang deshalb noch um das Ticket für Tokio in seiner Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm.

Hartes Training

Sein größter Konkurrent, der Spanier David Sánchez, ist in Moskau trotz Langs Titel in der Rangliste sogar an ihm vorbeigezogen. Kommenden Dienstag steht nun der letzte verbleibende Qualifikationswettkampf für die Gewichtheber an. Er findet in Cali, einer Stadt im Südwesten Kolumbiens statt. Am Freitag geht schon der Flug. Bis dahin zieht Lang sein Training voll durch. "Mit dem Flug und der Akklimatisierung werde ich ja automatisch zur Erholung vor dem Wettkampf gezwungen", sagt Lang. "Wenn ich davor schon zuviel Staub wische, werde ich nur träge", meint er lachend.

Hochinzidenzgebiet

Ein bisschen mulmig ist ihm und seinen Kollegen aufgrund der Covid-19-Situation aber vor der Reise nach Südamerika. Denn Kolumbien wird vom Auswärtigen Amt als Hochinzidenzgebiet eingestuft. "Wenn es möglich wäre, hätten wir uns natürlich gerne ein anderes Land ausgesucht. Aber wir müssen dahin", sagt Lang. Nur noch die Ergebnisse dieses einen Wettkampfs zählen für das Qualifikationsranking.

"Ich gehe davon aus, dass wir dort in einer Art Bubble sind", sagt Lang. Er und die anderen Athleten und Trainer werden also abgeschirmt in einem Hotel sein und keinen Kontakt nach draußen haben. "Aber schon in Moskau gab es einige innerhalb unserer Bubble, die die Situation nicht so ernst genommen haben", sagt Lang. "Ich bleibe soviel wie möglich im Hotelzimmer und hoffe einfach, dass wir alle ohne Infektion durchkommen".

Welche Leistung Lang für die Olympia-Qualifikation bringen muss, kann niemand vorhersagen. Schuld daran ist der undurchsichtige Modus. Auf Grundlage einer komplizierten Rangliste erhalten nur die ersten acht Heber das Tokio-Ticket. Hinzu kommen die besten Kontinentalvertreter hinter den acht Qualifizierten. Relevant wird am Ende aber auch sein, welche Nation in welcher Gewichtsklasse ihre Athleten für die Spiele nominiert. Lang bleibt deshalb nichts anderes übrig als alles zu geben – "und anschließend zu hoffen", sagt der 28-Jährige.

Aber eines steht für ihn fest: Wenn er wieder zu Hause ist, steht nach den anstrengenden Wochen erst einmal Erholung an. Und neben seinem Europameistertitel will er dann möglichst auch die erfolgreiche Olympiaqualifikation ausgiebig feiern.

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