Das seit vielen Jahren leerstehende und zur Bauruine verkommene frühere Hotel „Lettenbuck“ in Auggen soll aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden.
Jetzt ist offensichtlich Bewegung auf dem verwahrlosten und verwilderten, ein Hektar großen Areal am nördlichen Ortsausgang im Außenbereich der Winzergemeinde. Denn das Gelände ist nicht nur mit Absperrgittern versehen und wird videoüberwacht, dieser Tage haben Bauarbeiter auch damit begonnen, das Anwesen vom Gestrüpp freizumachen und zu entrümpeln.
„Diese Aufräumarbeiten im Außenbereich bedeuten jedoch noch keinen Baubeginn“, dämpft Bürgermeister Ulli Waldkirch im Gespräch mit unserer Zeitung zu hohe Erwartungen. Dies zumal, da in der Vergangenheit schon manche Pläne zur Wiederbelebung des Hotels „Lettenbuck“ aus unterschiedlichen Gründen wieder über den Haufen geworfen wurden.
Gleichwohl hoffen das Gemeindeoberhaupt und der Gemeinderat, dass der Investor, der Grundstück und Gebäude im vergangenen Jahr erworben hat, seine Pläne so schnell als möglich umsetzt, sobald die Genehmigungsbehörde grünes Licht gegeben hat.
Das Planungs- und Genehmigungsverfahren, das beim Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler als untere Baurechtsbehörde angesiedelt ist, ist noch nicht abgeschlossen. Der Gemeinderat Auggen hatte lediglich vor einiger Zeit dem Bauantrag des neuen Eigentümers zugestimmt, damit dieser „Schandfleck“ unterhalb des Weilers Hach wieder in ein ansehnliches Hotel verwandelt werden kann. Wer der neue Besitzer des heruntergekommenen Areals ist, wo es in den zurückliegenden Jahren schon mehrfach gebrannt hat, und wie seine detaillierten Pläne aussehen, verrät Auggens Bürgermeister nicht.
Verfahren im Gange
Denn der neue Eigentümer und Investor will sich in der Öffentlichkeit noch zurückhalten, solange das Genehmigungsverfahren im Gange ist. Es müssen dabei dicke Steine aus dem Weg geräumt werden. Zum Beispiel müssen Fragen zur Statik des Gebäudes und dessen Standsicherheit sowie Fragen zu den erforderlichen Brandschutzmaßnahmen geklärt werden, was eine größere Investition bedeutet.
Die ursprüngliche Absicht des neuen Eigentümers, auf dem Gelände Wohnungsbau zu betreiben, lässt sich nicht realisieren. Denn die Baugenehmigung, die aus dem Jahr 1972 datiert, sah ein Hotel als nicht privilegiertes Gebäude im Außenbereich vor. Einen Bebauungsplan gibt es für diesen Gemarkungsbereich nicht, in dem das verwaiste Hotelgebäude liegt. Das wiederum heißt, dass im Interesse des Bestandschutzes das Gebäude nicht abgerissen und neu errichtet werden darf.
Hotelzimmer vergrößern
Es kann nur grundlegend saniert und renoviert werden, außerdem bleibt ein Hotelbetrieb mit Restaurant die einzige Nutzungsmöglichkeit. Lediglich im Innern des Gebäudes sind Veränderungen möglich.
Laut Bauantrag will der Investor die Hotelzimmer vergrößern, weshalb Innenwände herausgenommen werden. Zudem soll aus dem ehemaligen Schwimmbad ein Konferenzraum werden. Die Gemeinde Auggen unterstützt die neuen Pläne. „Alles ist besser als der jetzige Zustand und ein Verfall des Gebäudes“, sagt Waldkirch.
Ob nun schon bald die Baufreigabe erteilt wird und mit der großen Sanierung begonnen wird, um aus der Bauruine ein schmuckes Hotel und Restaurant zu machen, vermag Auggens Bürgermeister nicht zu sagen. Und der Eigentümer und Investor hüllt sich gegenüber der Öffentlichkeit in Schweigen.