Eine besondere „Tafelrunde“ lernten die Zuhörer in der Mediathek in Efringen-Kirchen kennen: Armin Schweizer las aus „Das Festmahl der Semele“.
42 Zuhörer kamen zu diesem Abend, darunter Bürgermeisterin Carolin Holzmüller.
Das „philosophische Lesedrama“ ist im August erschienen. Armin Schweizer, für den diese erste Lesung ein Heimspiel war, erzählte zunächst, dass er und seine Familie seit 33 Jahren in Welmlingen wohnen und er sich seit seinem Eintritt in den Ruhestand vor vier Jahren mehr der Leidenschaft fürs Schreiben widmen könne.
Mit seinem Bucherstling wolle er einer breiten Leserschaft Einblicke in die griechische Mythologie und Philosophie geben, sagte Schweizer zu den Hintergründen. Das Buch ist in sechs Kapitel unterteilt, die Akte heißen. Das verweist darauf, dass diese Geschichte einem Theaterstück ähnelt und für die Bühne konzipiert ist.
Philosophie studiert
Schweizer stellte die Akteure vor, die er bei einem festlichen Essen der griechischen Göttin Semele am Schauplatz Burg Rötteln zusammenbringt. Unter den illustren Gästen aus verschiedenen Epochen sind die Philosophen Nietzsche und Platon, Ignatius von Loyola, der Mitbegründer des Jesuitenordens, der Psychoanalytiker Sigmund Freud, dessen Haushälterin Paula Fichtl, die die Gesellschaft bedient, der Dichter Friedrich Schiller, der japanische Zen-Meister Daisetz Suzuki, Johanna Schopenhauer, die Mutter des Philosophen, die einen Salon in Weimar führte, wo Größen der Zeit ein- und ausgingen, sowie die Hollywoodschauspielerin Marilyn Monroe, die alles andere als naiv war.
Armin Schweizer, der selbst ein Philosophiestudium absolviert hat und Zen praktiziert, stellt die Figuren dieser Tischgesellschaft auf der Burg plastisch vor. Er setzt Spots auf die Persönlichkeiten, in die Zeit, in der die Protagonisten gelebt haben und die Orte, an denen sie die Einladung von Semele erhalten. Die Zuhörer konnten in diese jeweiligen Zeiten und Orte eintauchen. Der Autor schildert in seinem Werk auch eine spannende Zeitreise, wenn sich Ignaz von Loyola aus Rom und Platon aus Athen auf abenteuerliche Weise per Schiff auf den Weg machen und sich auf Sizilien treffen.
Gäste aus zwei Jahrtausenden
Erzählt wird auch, wie Gastgeberin Semele ihre Gäste aus zwei Jahrtausenden einander vorstellt. Im sechsten und letzten Akt geht das Fest über die Bühne und die Gäste kommen mit Zitaten aus ihren Werken zu Wort.
Dem Autor war es bei der Lesung ein Anliegen, deutlich zu machen, dass dieses Stelldichein der Geistesgrößen und berühmten Persönlichkeiten nicht zum „Philosophie-Seminar“ oder Streitgespräch wird, sondern zu einem lebhaften Austausch über Fragen des Seins bei Wein, Kerzen und Musik. Schweizer entwarf die Szenerie „bühnenartig“ mit Erzähler, Dialogen, Regieanweisungen.
Bei der Buchpräsentation las er einige Abschnitte und Szenen. So hörten die Besucher, wie Semele ihre Gästeliste zusammenstellt, und wo zwei der Gäste ihre Einladungen erhalten. Außerdem gab es Passagen aus der Zeitreise um Loloya und Platon und aus dem Schlussakt zu hören, wo die Kulturschaffenden in einen Dialog treten.
Freude über die Resonanz
Für Armin Schweizer war diese Premierenlesung „eine tolle Erfahrung“. Erfreulich für ihn war nicht nur die große Resonanz, sondern auch das Interesse beim anschließenden anregenden Gespräch.
So erklärte er auf Fragen aus dem Zuhörerkreis, wie die Idee zum Buch entstand und ob zuerst die Handlung oder die Protagonisten da waren.
Zuerst habe er die Personen, die er auf eine neue Bühne bringen wollte, „im Visier“ gehabt und dann sei die Handlung gewachsen. Die Anregung, eine Fortsetzung zu schreiben, hat Schweizer „gerne mitgenommen“.