In Gültlingen gibt es in der Bäckerei seit neustem ein Büchertauschregal. Wir haben uns mit den Initiatorinnen getroffen und erfahren, wie das Regal funktioniert.
Sich gemütlich hinsetzen, spontan einen Roman aus dem Regal ziehen, darin blättern und dazu eine Tasse Tee und vielleicht ein Stück Kuchen genießen – das geht nun im Café Sehne in Gültlingen. Dort wurde das neue Büchertauschregal aufgestellt und eröffnet.
Vier Freundinnen haben das neue Tauschregal initiiert. Schon länger geisterte die Idee bei den leidenschaftlichen Leserinnen herum, dass es doch eine schöne Sache wäre, ein Büchertauschregal auch in Gültlingen zu haben. Schließlich wurde die Idee im vergangenen August ausgesprochen – und jetzt auch umgesetzt.
Beschädigung im Freien?
Erst einmal stellte sich die Frage, wo das Regal stehen sollte. Im Freien, etwa an einer Bushaltestelle, wäre es der Witterung ausgesetzt – Bücher ziehen auch Feuchtigkeit. Deshalb sind die vier Initiatorinnen auch dankbar, dass die Firma Sehne es in ihrem Café möglich gemacht hat, ihre Idee umzusetzen.
Wer Bücher hat, die er oder sie nicht mehr behalten möchte – die aber zu schade für die Mülltonne sind, kann sie im Büchertauschregal abgeben, so dass sie andere Leser und Leserinnen erfreuen können.
Bei der Abgabe kann man direkt nach neuem Lesestoff suchen und direkt im Café einen ersten Blick hineinwerfen. Wichtig ist den Initiatorinnen: Das Regal ist keine Entsorgungsstelle und kein Antiquariat. Die Bücher sollten in einem Zustand sein, in dem sie weitergegeben werden können.
Das Alter sagt natürlich nicht zwingend etwas über den Zustand aus, als Faustregel kann aber gelten: Bücher, die vor 1990 erschienen sind, sollten eher nicht im Regal landen. Auch sollten nur so viele Bücher hineingestellt werden, wie auch hineinpassen. Immerhin soll das Bücherregal weiterhin ordentlich und ansehnlich bleiben.
Schulbücher, Fachliteratur, Enzyklopädien und Zeitschriften gehören eher nicht ins Tauschregal. Pornografie, rassistische oder gewaltverherrlichende Inhalte haben dort erst recht nichts verloren.
Büchertauschregale sind auch nachhaltig, stellen Andrea Widmaier und Bettina Vogel, zwei der Initiatorinnen, heraus. Ein Buch kann mehrfach gelesen werden. In ihrem Bekannten- und Freundeskreis würden viele Bücher verliehen und ausgeliehen werden. Außerdem seien Bücher tolle Geschenke.
Pause vom Alltagsstress
„Für mich sind Bücher kleine Fluchten“, beschreibt Bettina Vogel ihre Leidenschaft fürs Lesen. „Das hat mit Ruhe zu tun“, ergänzt Andrea Widmaier. Das Versinken in einem Buch kann eine Pause vom Alltag bedeuten. Das passt auch zum Café, wo Besucher ebenfalls eine kleine Pause vom Alltagsstress finden sollen.