Der Klinikstandort Donaueschingen. Foto: Daniel Vedder

Zur jetzt beschlossenen Schließung des Krankenhauses in Donaueschingen vertritt unsere Leserin Martina-Luise Wiemer folgende Auffassung:

Die Diskussion um die Zukunft des Klinikstandorts Donaueschingen bewegt viele Menschen, mich eingeschlossen.  Ich habe Verständnis dafür, dass solche Entscheidungen nicht leicht getroffen werden.

 

Steigende Kosten, Fachkräftemangel und neue Anforderungen setzen viele Krankenhäuser seit Jahren unter Druck. Deshalb halte ich es auch für zu kurz gedacht, die Verantwortung allein der damaligen Ampelregierung zu suchen. Die schwierige Lage vieler Kliniken ist über lange Zeit entstanden. Trotzdem halte ich es für falsch, daraus den Schluss zu ziehen, dass die Zukunft nur in großen zentralen Krankenhausstandorten liegt.

Gerade für ältere Menschen bedeutet ein kleineres, überschaubares Krankenhaus mehr als nur medizinische Versorgung. Es schafft Nähe, Orientierung und Vertrauen. Auch Angehörige können Unterstützung und Besuche oft leichter organisieren. Donaueschingen ist nicht nur ein Standort auf dem Papier.

Über Generationen gewachsen

Für viele Menschen gehört das Krankenhaus zur Stadt und zum Gefühl, im Notfall gut versorgt zu sein. Besonders traurig macht mich der Gedanke, dass damit wohl ein Kapitel endet, das über Generationen gewachsen ist. Die Geschichte des Krankenhauses in Donaueschingen reicht rund 200 Jahre zurück. Dort wurden Menschen behandelt, begleitet und versorgt, viele Familien verbinden persönliche Erinnerungen mit diesem Ort.

Das Ende einer solchen Tradition ist mehr als eine organisatorische Veränderung. Natürlich braucht es Spezialisierung dort, wo sie medizinisch sinnvoll ist. Aber gute Gesundheitsversorgung darf nicht ausschließlich nach wirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden. Erreichbarkeit, Menschlichkeit und die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft sollten ebenfalls zählen.

Martina-Luise WiemerDonaueschingen

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