Zu den Plänen, den Krankenhausstandort Donaueschingen aufzugeben, vertritt unser Leser Peter Kühnle aus Bad Dürrheim folgende Auffassung.
Das Unwort der letzten fünf Jahrzehnte ist vermutlich „Gesundheitsreform“. Unzählige Ausschüsse, Arbeitsgruppen, Besprechungsebenen wurden gebildet, viele teure Experten, Berater, Gesundheitsminister nebst Stäben haben sich eingebracht, viele Fernsehrunden drehen sich um das Thema, die Ergebnisse bleiben mager. Umgesetzt wurde unter diesem Schlagwort nie etwas Nachhaltiges, sonst wäre die Wortschöpfung schon lange wieder verschwunden.
Aktuell kreist einmal mehr der Rotstift des Pleitegeiers über dem Donaueschinger Kreiskrankenhaus. Das Zentralklinikum muss jährlich mit Millionenbeträgen von Steuergeldern der Bürger gestützt werden. Wer mit offenen Augen durch die örtliche Kliniklandschaft geht, stellt fest, dass sich in der Doppelstadt wie in Donaueschingen direkt benachbart nephrologische Einrichtungen befinden, die überaus stark frequentiert sind.
Auch eine große Radiologie, neben anderen, findet sich am Bahnhof in Villingen. Es steht zu vermuten, dass diese privat betriebenen Einrichtungen Gewinne aus den Behandlungen und Untersuchungen und den Abrechnungen mit den Krankenkassen abwerfen. Die Frage stellt sich, weshalb die Kliniken diese medizinischen Dienstleistungen nebst Umsätzen und Gewinnen nicht selbst machen (dürfen). Der Bürger zahlt also mal wieder doppelt und dreifach.
Hohe Krankenkassenbeiträge
Zunächst über die eigenen hohen Krankenkassenbeiträge, die Arbeitgeberanteile als Lohnnebenkosten, die die Produkte und Dienstleistungen verteuern, und weil die Einnahmen der Kliniken offensichtlich nicht auskömmlich sind, mit seinem Steuergeld, das dann wieder bei Schulsanierungen oder beim Bruch des Versprechens der kostenlosen Grundschülerbeförderung fehlt.
Vermutlich gibt es ein ganz wichtiges Gesetz oder steht irgendwo im Kleingedruckten, dass das alles so seine Richtigkeit hat und eine Klinik in öffentlicher Hand hinter den höher einzustufenden Interessen der medizinischen Privatwirtschaft zurückstehen muss. Eine glatte Eins für die gute Lobbyarbeit, eine Sechs für das Schröpfen der Beitrags- und Steuerzahler.
Peter Kühnle, Bad Dürrheim-UnterbaldingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.