Michael Hakenmüller hofft in seinem Leserbrief, dass die Burg nicht weiter zu einem Disneyland für Preußen-Fans mutiert.
Wenn es auch keineswegs ungewöhnlich ist und war, das alte Adelsgeschlechter ihre Stammburg nicht mehr im Eigentum hatten und haben, ist doch mit dem Verkauf des Drittels der Burg Hohenzollern an die „Preußen“ der spannende Weg mit seinem sagenhaften Anfang der Hohenzollern seit 1061 bis nach Brandenburg und in ihrem Heimatland heute beendet. Für Fürst Karl-Friedrich aus Sigmaringen dürfte der Verkauf doppelt gewinnbringend sein. Der Burgberg gehört ihm ja immer noch und er ist, anders als sein preußischer Vetter, nun nicht mehr abhängig von umfangreichen Fördergeldern der Staates, um die intensivst wirtschaftlich genützten Gemäuer der Burg zu erhalten.
Nach dem Ende dieser südlichsten Provinz Preußens sind auch in Hechingen-Hohenzollern, dem aus der Zerstörung der ersten Burg folgenden Grafen-Sitz, das noch verbliebene Gerichtsviertel, das jetzt städtische Gymnasium, das heutige Bauamt und die evangelische Kirche unübersehbares Erbe des einst mächtigsten, über das Militärische hinaus staatsbildenden Landes Deutschlands unübersehbare Zeugnisse. Freilich kennen nur noch eine Handvoll Bürger den letzten Kronprinz von Preußen, welcher sich im Exil zuletzt ganz bürgerlich gab.
Wirtschaftliche Produkte, welche auf den Namen Hohenzollern oder Zollern heißen, findet man ohnehin nurmehr in und rund um Sigmaringen. Nun ist der ideelle Wert ihres Ursprungs, der Burg Hohenzollern, für Hechingen weiter geschmälert. Nicht zuletzt gehört die Gemarkung, auf welcher sie steht, seit 1973 nicht mehr zur „Zollerstadt“, sondern nach Bisingen.
Man kann nur hoffen, dass dadurch die Burg, schon romantisierend erbaut, nicht weiter zu einem Disneyland für Preußen-Fans und -Kitsch mutiert. Wir Steuer zahlenden Bürger haben für eines dieser Wahrzeichen Baden-Württembergs Echtes verdient.
Michael Hakenmüller, HechingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.