Derzeit laufen auch an den Schulen in Hechingen die Abschlussprüfungen. Parkplätze für die Autos der Schüler sind rar, findet unsere Leserin Simone Thoma. Sie beschwert sich, dass das Ordnungsamt nun Knöllchen an Prüflinge verteilt hat.
Meine Tochter hatte die jüngsten Tage Abschlussprüfungen an der Berufsschule Hechingen. Sie schrieb an drei Tagen, manchmal ging eine Prüfung bis zu drei Stunden mit einer weiteren Prüfung im Anschluss. Die Prüflinge, die zum Teil um 7 Uhr vor Ort sein müssen, um am sehr kleinen Schülerparkplatz vor der Berufsschule einen Parkplatz zu ergattern, um dann zwei Stunden im Auto zu sitzen und darauf zu warten, dass die Prüfung um 9 Uhr losgeht, kamen dann oft zurück – und fanden einen Strafzettel vom Ordnungsamt an der Scheibe.
Dieses hat sich bestimmt darauf gefreut, so viele Strafzettel wie möglich an den Prüfungstagen zu verteilen. Meine Tochter ist in der Ausbildung, hat nur zwei Tage in der Woche Schule und hat keinen Anspruch auf Parkausweis. Es bleibt also nur die Parkscheibe übrig als Möglichkeit, um während des Unterrichts mit dem eigenen Fahrzeug zu kommen. Da die Schüler auch oft im angrenzenden Wohngebiet und auf Lehrerparkplätzen parken müssen, weil einfach keine Parkplätze mehr vorhanden sind, haben bestimmt auch wohlmeinende Anwohner oder vielleicht auch „Maulwürfe“ von der Schule das Ordnungsamt angerufen, um diese Tat abzustrafen.
Keine Zeit, Parkscheibe nachzustellen
Für mich ist das so was von unwürdig den jungen Leuten gegenüber, die an solchen Prüfungstagen wirklich nicht ans Auto gehen können, um Parkscheiben nachzustellen oder der begrenzten Parkdauer nachkommen können. Geht man so mit unserer jungen Generation um, indem von der Stadt Hechingen abkassiert wird an diesen absolut stressigen Tagen in ihrem Leben? Beutelschneiderei, Abzocke, Kinder beziehungsweise Schüler abkassieren – es fällt mir noch mehr ein zu so einer Politik.
Und bestimmt sollte man mal über Parkplätze an den Hechinger Schulen im Stadtrat oder Bürgermeisteramt nachdenken. Aber mit der Situation von Seiten des Ordnungsamtes so umzugehen, dass völlig zufällig, aber massiv an zwei Prüfungstagen – nämlich Mittwoch und Donnerstag – Strafzettel an Schüler verteilt werden, hinterlässt ein ganz schales „Gschmäckle“.
Simone Thoma, RangendingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.