Vorbildlicher ehrenamtlicher Einsatz für die Tafel Schopfheim (v.l.): Fahrer Heinz Bernauer und Heidrun Seidensticker als Vorsitzende des Fördervereins zusammen mit Stefan Schmidt, dem Ehrenamtskoordinator des Diakonischen Werks Foto: Siegfried Feuchter

55 Freiwillige stellen sich bei der Tafel Schopfheim in den Dienst der guten Sache. Sie tragen dazu bei, bedürftige Menschen mit preisgünstigen Nahrungsmitteln zu versorgen.

Stefan Schmidt, Ehrenamtskoordinator beim Diakonischen Werk, das Träger der Schopfheimer Tafel ist, und Heidrun Seidensticker, Vorsitzende des Fördervereins, sind dankbar für jede helfende Hand und jede Spende. Zählte die Tafel Schopfheim, als sie vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, 200 Kunden, so sind es inzwischen 900 Menschen – 550 Erwachsene und 350 Kinder – die in dem neben der Stadthalle gelegenen Laden preisgünstig einkaufen können. „Für fünf bis sieben Euro bekommt man einen vollen Einkaufswagen mit Lebensmitteln, die vor dem Wegwerfen gerettet werden“, sagt Schmidt.

 

Wenn das Geld knapp ist

Menschen mit kleinem Geldbeutel – überwiegend Familien, Senioren, Alleinerziehende und Alleinstehende zwischen Maulburg und Todtnau sowie im Kleinen Wiesental – sind froh, sich einmal in der Woche im Tafelladen für zehn bis 20 Prozent des Originalpreises mit Nahrungsmitteln versorgen zu können.

Anspruchsberechtigt sind Personen, die nicht mehr als 1500 Euro pro Monat als Gesamteinkommen zur Verfügung haben. Für eine weitere Person im Haushalt erhöht sich der Betrag um 500 Euro. „Alles ist teurer geworden, deshalb reicht vielen Menschen das Geld nicht mehr“, verdeutlicht Schmidt.

Eine Besonderheit der Schopfheimer Tafel, die an drei Tagen in der Woche geöffnet hat, ist die mobile Dorftafel, das sogenannte Dotamobil. Das ist ein Verkaufsmobil, mit dem die Lebensmittel in die ländliche Region im Kleinen und Oberen Wiesental zu den Anspruchsberechtigten gebracht werden.

Zwei weitere Fahrzeuge der Tafel sind täglich unterwegs, um bei Supermärkten und Bäckereien die Spenden einzusammeln. Dazu gehören vor allem nicht verkauftes Obst und Gemüse sowie Lebensmittel, die falsch etikettiert sind oder deren Verpackung beschädigt ist. Es ist aber immer einwandfreie Ware.

Weniger Spenden gehen ein

„Das Spendenaufkommen hat nachgelassen“, stellt Schmidt fest und führt dies auf einen effizienten Wareneinkauf der Märkte zurück. Deshalb muss der Förderverein mit den eingegangenen Geldspenden und dem Erlös aus den Mitgliedsbeiträgen beispielsweise Nudeln, Reis, Mehl, Öl, Salz, abgepackten Käse und Wurst dazukaufen, um die Regale im Tafelladen füllen und den Bedarf decken zu können.

Ehrenamtskoordinator Stefan Schmidt kann auf einen Pool mit 55 ehrenamtlichen Helfern für die Schopfheimer Tafel zurückgreifen. Diese Frauen und Männer, meist Rentner, die sich noch sozial engagieren wollen, kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Es sind ehemalige Geschäftsführer und Ärzte ebenso darunter wie Handwerker und Personen aus anderen Berufszweigen.

Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Faktor

Sie alle eint der Wille, sich für hilfsbedürftige Menschen einzusetzen. Eine der Ehrenamtlichen ist Heidrun Seidensticker aus Maulburg. Die Gemeinderätin der Freien Wähler ist Vorsitzende des Fördervereins Tafel Schopfheim. „Soziales Engagement war mir schon immer ein wichtiges Anliegen“, sagt die 56-Jährige.

Als vordringliche Aufgabe des Fördervereins nennt sie Öffentlichkeitsarbeit für die Tafel zu machen, um entsprechend Spenden akquirieren zu können. Denn die Tafel ist auf Zuwendungen angewiesen. „Wir müssen die Miete für den Tafelladen bezahlen, die Fahrzeuge unterhalten, zwei hauptamtliche Kräfte bezahlen und Lebensmittel zukaufen“, beschreibt Seidensticker die Situation.

Außerdem soll es demnächst wieder eine Weihnachtsaktion geben, bei der jeder Kunde des Tafelladens einen Einkaufsgutschein in Höhe von zehn Euro erhält. „Dafür benötigen wir auch Spenden“, betont die Vorsitzende, die ihre Aufgabe als sinnstiftend bezeichnet. „Man sieht das Ergebnis, nämlich zufriedene Menschen.“

Seit 17 Jahren im Einsatz

Zu den treuen ehrenamtlichen Helfern gehört seit 17 Jahren der im Ruhestand lebende frühere selbstständige Bäckermeister Heinz Bernauer (72) aus Fahrnau, der als Fahrer im Einsatz ist und bei den Lebensmittelmärkten die Spenden einsammelt. „Ich bin ein Mensch, der gerne anderen hilft“, sagt er zu seiner Motivation, sich für die Tafel zu engagieren.

Ohnehin hat das Ehrenamt einen hohen Stellenwert bei Bernauer, war er doch im Gemeinderat und 40 Jahre bei der Narrenzunft sowie als Vorsitzender des Schützenvereins aktiv. Der Bäckermeister, der von 2016 bis 2018 bei Wettbewerben in Todtnauberg Kirschtortenkönig wurde sowie schon mit einem 371 Meter langen Hefezopf drei Jahre im Guinnessbuch der Weltrekorde stand, ist einmal pro Woche als Fahrer im Einsatz. „Es macht Spaß. Und solange ich gesund bin, werde ich die Tafel weiterhin unterstützen“, sagt er.

Spendenkonto

Leser helfen“:
An folgende Bankverbindung kann für die Aktion „Leser helfen“ gespendet werden: Spendenkonto bei der Sparkasse Lörrach-RheinfeldenKontoinhaber: Caritasverband für den Landkreis Lörrach e. V. – Spendenkonto Leser helfen – IBAN DE25 6835 0048 0001 1327 86, BIC SKLODE66XXX