Der Vorbau beim Lehengerichter Rathaus bietet dem Bücherschrank Schutz. Die Sitzbank um die Linde kann zum Schmöckern oder den Austausch unter Lesefreunden genutzt werden. Foto: Sum

Die Stadt Schiltach bekommt einen öffentlichen Bücherschrank. Der Standort steht fest, die Ausführung auch – ob dem Preis musste der ein oder andere Gemeinderat aber schlucken.

Schiltach - Thomas Haas informierte bei der Sitzung am Mittwoch, dass die Überlegungen für einen öffentlichen Bücherschrank, wie ihn beispielsweise Schramberg seit Jahren hat, schon einige Zeit laufen. "Wir haben immer wieder über die Ausführung diskutiert", sagte der Bürgermeister – so seien unter anderem Telefonzellen als "Bücherschrank" im Gespräch gewesen. Letztlich, so erklärte Museums- und Archiv-Leiter Andreas Morgenstern, habe sich aber herausgestellt, dass es "am Besten ist, wenn wir dafür extra etwas herstellen lassen". Er präsentierte dem Rat den Entwurf der örtlichen Schreinerei Harter.

Kosten von knapp 6900 Euro

Der Schrank soll 1,2 Meter breit und zwei Meter hoch werden und aus heimischem Nadelholz gefertigt werden. Zudem sind zwei Rahmentüren geplant, die mit Sicherheitsglas den Blick ins Innere erlauben. Kostenpunkt: knapp 6900 Euro.

Idee des SPD-Ortsvereins

Er soll unter dem gläsernen Vordach auf dem Platz vor dem Lehengerichter Rathaus stehen. Dort gebe es mit der Sitzgelegenheit unter der Linde die Möglichkeit für Gespräche. Außerdem werde der Platz durch das neue kulturelle Angebot aufgewertet, meinte Morgenstern. Die Idee für den Bücherschrank sei vom SPD-Ortsverein gekommen, der ihn künftig auch betreuen werde, erklärte der Museumsleiter.

Michael Pflüger fragte nach, wie der Schrank im Boden verankert werde, damit er nicht umkippen könne – und welche Kosten dafür noch zusätzlich auf die Stadt zukommen. Auch um gegen Vandalismus sicher zu sein, befand Philipp Groß eine Verankerung für sinnvoll. Ulrich Gebele, als Schreinermeister vom Fach, erklärte: "Das ist ohne große Schwierigkeiten machbar."

Bei Preis "erstmal geschluckt"

Sabine Bösel bekannte, bei dem Preis "erstmal geschluckt" zu haben. "Das ist schon ein bisschen viel Geld für einen Bücherschrank", sagte sie – außerdem seien aus der Vorlage die Infos zu Massivholz und bruchsicherem Glas nicht hervorgegangen. Sie wollte wissen, wie viel Platz für Bücher im Schrank letztlich sei. "So sechs bis sieben Laufmeter", antwortete Morgenstern.

Einstimmig gab der Gemeinderat den Bücherschrank in Auftrag.

Info: Fahrräder

Im Zuge der Diskussion um den Bücherschrank kamen die Räte auch auf das Thema Fahrräder zu sprechen. Axel Rombach fragte, ob auf dem Platz weitere Abstellmöglichkeiten für Räder geschaffen werden könnten – etwa über Bügel, an denen man diese abschließen kann. Hans-Jörg Heinrich regte an, auch an Ladestationen für E-Bikes zu denken. Armin Zwick erkundigte sich, ob das Projekt Bücherschrank vorgezogen werde oder in die Planungen für den Vorplatz einfließen. Dort hatte Bürgermeister Thomas Haas bereits im April angekündigt, dass das Pflaster durch die Wurzeln der Linde immer unebener werde – und Arbeiten an dem Platz anstünden. Das Thema Vorplatz "ist mit Sicherheit eins für nächstes Jahr", so Haas.