Jan Pflugmacher im Coaching-Gespräch mit einem Schüler. Foto: GMS

An der Neubulach Bildungseinrichtung beginnt gutes Lernen mit ehrlichem Interesse an den Kindern und Jugendlichen sowie der Bereitschaft zuzuhören.

„Alles schläft und einer spricht – und das nennt man Unterricht“, spottete Wilhelm Busch einst. An der Gemeinschaftsschule (GMS) Neubulach steht ein anderes Verständnis von Lernen im Mittelpunkt. Gute Schule beginnt hier mit ehrlichem Interesse an den Kindern und Jugendlichen – und mit der Bereitschaft, zunächst zuzuhören, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule.

 

Stärken und Interessen im Fokus

Diese Haltung zeigt sich bereits früh. Im Format „Eltern stellen ihr Kind vor“ berichten Eltern von ihren Erfahrungen aus den vergangenen Grundschuljahren. Die Lehrkräfte hören zu, weil sie die Schüler wirklich kennenlernen wollen – nicht oberflächlich, sondern in ihrer Persönlichkeit, mit ihren Stärken und Interessen. Die Schule lernt das Kind bewusst auch aus der Elternperspektive kennen.

Auf der Höhe der aktuellen Bildungsforschung

Dass Kinder und Jugendliche besonders gut lernen, wenn sie sich gesehen, verstanden und ernst genommen fühlen, ist laut GMS auch durch die Bildungsforschung gut belegt. Die Beziehung zwischen Lehrkräften und Schülern zählt zu den wichtigsten Faktoren für erfolgreichen Unterricht und den Lernerfolg. Lehrkräfte können Lernprozesse umso gezielter gestalten, je besser sie ihre Lernenden kennen und ihren Unterricht darauf abstimmen. Beziehungsorientiertes Arbeiten ist damit keine pädagogische Romantik, sondern eine verlässliche Grundlage für Lernerfolg.

Das Klassenlehrer-Prinzip

Aus dieser Erkenntnis zieht die Gemeinschaftsschule Neubulach klare Konsequenzen. Ein zentraler Baustein ist das konsequent umgesetzte Klassenlehrerprinzip. Die Klassenlehrkräfte begleiten ihre Schützlinge eng durch den Schulalltag und unterrichten sie in vielen Stunden selbst. So entstehen tragfähige Beziehungen, die über reine Organisation hinausgehen.

Oberstudienrat Jan Pflugmacher, Klassenlehrer an der Gemeinschaftsschule Neubulach, beschreibt dies aus der Praxis: „Aktuell unterrichte ich meine sechste Klasse zehn Unterrichtsstunden pro Woche und begleite sie zusätzlich wöchentlich im Coaching. Dadurch kennt man sich sehr gut und ich kann auf meine Schülerinnen und Schüler gezielt eingehen – was unsere Lernprozesse deutlich erfolgreicher macht.“

Coaching und Klassenrat zur Stärkung

Ergänzt wird das Klassenlehrerprinzip durch fest im Stundenplan verankerte Coaching-Stunden sowie den Klassenrat. Sie schaffen Raum für Reflexion, Orientierung und die gemeinsame Klärung von Anliegen und Konflikten. Beziehung entsteht hier nicht zufällig, sondern durch Verlässlichkeit und Kontinuität. So sind die Lehrkräfte an der Gemeinschaftsschule Neubulach mehr als reine Wissensvermittler. Sie sind wichtige Bezugspersonen, geben Orientierung und gestalten Lernprozesse aktiv und erfolgreich.

An einem Strang ziehen: Gemeinsame Projekte

Beziehungslernen zeigt sich laut GMS auch im gemeinsamen Tun über das Klassenzimmer hinaus. Ob bei Aktionen wie dem Stadtradeln oder bei großen Projekten wie dem Musical im vergangenen Jahr – Schüler, Lehrkräfte und Eltern arbeiten gemeinsam an einem Ziel. Diese Erfahrungen stärken den Zusammenhalt. Der Leitspruch der Schule bringt diese Haltung auf den Punkt: Gemeinsam erreichen wir mehr.