In dieser und in der nächsten Woche findet an der Bad Dürrheimer Realschule die so genannte Lernbrücke statt. Schüler können Wissenslücken im Unterrichtsstoff damit schließen. (Symbolfoto) Foto: Gerhard Seybert – stock.adobe.com

Die so genannte Lern­brücke läuft seit dieser Woche wieder an der Realschule. Ziel ist es, Unterrichtsstoff nachzuholen und Wissenslücken zu schließen. Rund 80 Schüler nehmen die Chance wahr, gut vorbereitet ins Schuljahr zu starten.

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Bad Dürrheim - Vittorio Lazaridis, Ministerialdirigent im Kultusministerium und Leiter der Abteilung "Allgemein bildende Schulen, Elementarbildung" nennt in seinem Schreiben an die Schulleitungen der allgemeinbildenden Schulen die Zielgruppe: Die Klassenlehrer sollen es einschätzen, welche Schüler zu dem Förderunterricht kommen sollen. Zusätzlich können auch ­Schüler auf Wunsch der Eltern teilnehmen, die nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehören.

In Bad Dürrheim sind nun rund 80 Schüler in die verschiedenen Jahrgangsstufen verteilt. Organisiert wurde die Lernbrücke von Stefanie Sutter, Fachlehrerin für Deutsch, Mathe und Ethik. Sie hatte für die ersten beiden Tage Ingrid Ummenhofer zur Seite, die zwar eigentlich in Pension ist, aber die eine oder andere Stunde dann doch an der Schule ist. Des Weiteren unterrichten Lehramtsstudenten, die im kommenden Jahr ein Referendariat beginnen, insgesamt sind es fünf Lehrer, die im Einsatz sind.

Fachlehrer nennen Lücken

Für die Planung wurde bei den Fachlehrern im vergangenen Jahr abgefragt, wo es Wissenslücken gebe. Und diese sind ganz unterschiedlich, weiß Sutter, Mathe habe sich als Schwerpunkt herauskristallisiert. Unterrichtet werden vor allem die Grundlagen, erzählt Sutter. Nehme man das Fach Deutsch ­gehören hier die Grammatik, Satzglieder und Wortarten dazu.

"Wir brauchen die Lernbrücken in den Sommerferien auch in diesem Jahr, da es einfach Schülerinnen und Schüler gibt, die Lernlücken haben. Und diesen Kindern und Jugendlichen wollen wir einen guten und motivierten Start in das neue Schuljahr ermöglichen", erklärte Kultusministerin Theresa Schopper im Vorfeld. Laut Ministerin stellt man etwa acht Millionen Euro zur Verfügung, um die zusätzlichen Personalkosten zu finanzieren. Diese entstehen im Rahmen des freiwilligen Einsatzes von Lehrpersonen bei den Lern­brücken an öffentlichen und privaten Schulen.

Ministerin setzt auf Erfolg

Schopper zeigt sich aus der Erfahrung im Jahr 2020 überzeugt: Das Konzept der Lernbrücken sei grundlegend stimmig. "Im Unterschied zum Vorjahr werden wir in diesem Jahr aber den Fokus auch auf die Förderung im sozial-emotionalen Bereich legen. Damit wollen wir auch Lernblockaden lösen, die ein Vorankommen in verschiedenen Bereichen verhindern."

Die Kultusministerin hofft, dass die Schüler so mit ­Rückenwind in das kommende Schuljahr starten und gibt auch gleich die Losung für 2021/22 aus: Im kommenden Schuljahr soll das Aufholen der Lernrückstände fortgesetzt werden. Bund und Länder planen hier ein gemeinsames Förderprogramm mit einem Gesamtvolumen von etwa zwei Milliarden Euro. Etwa eine Milliarde davon soll auf den engeren Bereich der Kompensation von Lernrückständen entfallen.

"Rückenwind" fürs Lernen

Auf Baden-Württemberg entfallen davon 130 Millionen Euro, hier läuft dieses Programm unter dem Titel "Lernen mit Rückenwind"­. Dabei sind sowohl Fördermaßnahmen geplant, die integrativ sind, also im Unterricht umgesetzt werden sollen, als auch Maßnahmen, die additiv, also zusätzlich zum Unterricht umgesetzt werden.

Von diesem Förderprogramm sollen sollen laut Ministerium vor allem die Schüler profitieren, deren Bildungserfolg in besonderem Maße gefährdet ist. Diese Schülergruppe weist auch erhebliche Lernlücken und/oder Defizite im sozial-emotionalen Bereich auf. Das Förderprogramm "Lernen mit Rückenwind" leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, dass nachhaltige negative Auswirkungen auf die Bildungsbiografie von Schülern vermieden werden, sie erhalten eine möglichst passgenaue und zugleich zielorientierte Unterstützung. Es ist vorgesehen, den Förderschwerpunkt auf die Bewältigung der Lernrückstände in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zu sichern.

Konzept eingereicht

Die Realschule Bad Dürrheim hat hierfür ebenfalls ein Konzept erarbeitet und eingereicht, informiert Rektorin Stephanie Martin. Dabei geht es beispielsweise darum, wie Lehrer eingesetzt werden können. Insgesamt wolle man den Schülern mehr Förderung im neuen Schuljahr zukommen lassen. Die Vergabe, welche Schulen dabei sind, steht noch aus.