Sandro De Rose aus Bad Herrenalb hat eine innovative Lern-App für Pflegekräfte geschaffen, die die Ausbildung moderner, praxisnaher und zugänglicher machen will.
Was auf den ersten Blick wie ein ambitioniertes Privatprojekt aussieht, ist in Wahrheit eine Vision mit weitreichender Bedeutung für die Pflegebranche. Mit viel Idealismus, technischem Know-how und persönlicher Erfahrung ging Sandro De Rose ans Werk: Seine App „Pflege Wissen 2025“, die mehrere Sprachen abdeckt, ist sogar offline abrufbar. Die digitale Unterstützung soll die Ausbildung moderner, praxisnaher und zugänglicher machen.
Herausforderungen des Pflegeberufs
De Rose kennt die Herausforderungen des Pflegeberufs aus erster Hand. 2020 schloss er seine Ausbildung zum Altenpfleger ab und war danach in dem Beruf tätig. Gleichzeitig studierte er Pflegewissenschaften und beendete dieses Studium im Dezember 2024 mit dem Bachelor. Aktuell hat er ein weiteres Studium im Bereich Public Health begonnen.
Mangel an digitalen Alternativen
Schon in seiner Ausbildungszeit suchte De Rose vergeblich nach Lernmitteln, die ihm als auditivem und visuellem Lerntyp halfen. „Ich habe Inhalte am besten über Dokus, Podcasts oder interaktive Formate behalten“, erzählt er. Doch gerade in der Pflege mangelte es an modernen, digitalen Alternativen.
Von Pflegekräften für Pflegekräfte
„Da reifte in mir die Idee, etwas Eigenes zu schaffen. Etwas von uns – für uns.“ Mit dieser Vision begann er, sich autodidaktisch in App-Entwicklung einzuarbeiten – ohne Verlag, ohne Förderung, aber mit viel Durchhaltevermögen. 2023 ging seine App „Pflege Wissen 2025“ online.
Von Hörbeispielen bis zum Notfallsimulator
Die App kombiniert Quizfragen, Hörbeispiele, Fallgeschichten, Anagramme, 3D-Modelle und sogar einen Notfallsimulator. „Ich wollte eine Plattform, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch motiviert und das Lernen erlebbar macht“, sagt De Rose.
Offline und mehrsprachig
Besonderes Augenmerk legte er auf Barrierefreiheit: Die Inhalte sind in acht Sprachen verfügbar, bewusst einfach formuliert – ideal für internationale Pflegekräfte. Die App funktioniert komplett offline, was sie vor allem im mobilen Einsatz oder in der stationären Pflege besonders wertvoll macht.
Didaktische Aufbereitung
Technisch basiert die App auf Flutter, einem plattformübergreifenden Framework. Die Offline-Funktionalität und die Integration der interaktiven 3D-Modelle erwiesen sich dabei als besondere Herausforderung. Zudem investierte De Rose hunderte Stunden in die didaktische Aufbereitung. Seine Inhalte beruhen auf Fachliteratur, eigener Berufserfahrung und aktuellen Themen wie gewaltfreier Kommunikation oder Notfallversorgung.
Für Berufsalltag und Unterricht
„Pflege Wissen 2025“ richtet sich primär an Auszubildende, wird aber inzwischen auch von Pflegekräften zur Auffrischung genutzt und von Lehrkräften im Unterricht eingebunden. Besonders gelobt wird der starke Praxisbezug.
Was ihn antreibt
„Wissen sollte kein Luxus sein“, sagt De Rose. „Viele Pflegekräfte werden während der Ausbildung nicht gut begleitet. Ich wollte ein Werkzeug schaffen, das unabhängig von Geldbeutel oder Internetverbindung hilft.“ Die App ist mehr als ein Lernmittel. Sie ist ein Statement – gegen Fachkräftemangel, gegen veraltete Ausbildung, gegen das Gefühl, im Beruf allein zu sein. Stattdessen vermittelt sie Zugehörigkeit, moderne Bildung und Empowerment.
Wunsch nach Mitstreitern
Trotz allem bleibt Sandro De Rose bescheiden. Er spricht nicht von „Innovation“, sondern von einem „Beitrag“. Und denkt längst weiter: Spezialisierte Module, Pflichtfortbildungen, eine Version für Sprachanfänger – alles ist denkbar. Am liebsten aber hätte er ein Team. „Ich wünsche mir Mitstreiter – Fachleute aus der Pflege, Entwickler, Didaktiker –, die diese Vision mittragen.“
Seine größte Motivation? „Wenn mir Azubis schreiben, dass sie sich durch die App sicherer fühlen oder besser verstehen, worum es geht. Dann weiß ich: Es hat sich gelohnt.“