Der Strom für die Beleuchtung der Privatwege zu den Atriumhäusern kommt noch bis Ende des Jahres aus dem städtischen Netz. Foto: Wegner

Die Bewohner der Atriumhäuser im Sulgener Eckenhof müssen sich künftig selbst um die Stromversorgung zur Beleuchtung ihrer Privatwege kümmern.

Schramberg - Die Eigentümer erhalten nun ein Infoschreiben der Stadt, dass jene Anschlüsse zum Jahreswechsel 2023/24 von der städtischen Stromversorgung abgetrennt werden. Bis dahin können sie sich um eine eigene Lösung kümmern. So entschied es einstimmig am Donnerstag der Ausschuss für Umwelt und Technik.

Tiefbauleiter Konrad Ginter erläuterte, dass die Wegebeleuchtung der in den 60er-Jahren errichteten Häuser seinerzeit aus Kostengründen an die städtische Straßenbeleuchtung angeschlossen worden sei. Inzwischen seien alle Häuser sowie deren Verwaltung längst von der Schramberger Wohnungsbau an die Privateigentümer übergeben, seit dem Jahr 2000 etwa würden von der Verwaltung keine Stromkosten an die Eigentümer verrechnet.

Leitungen sind störungsanfällig

Die Stromkosten von rund 1500 Euro pro Anschluss und Jahr seien aber nicht das Hauptproblem, so Ginter, sondern die Auswirkungen auf das städtische Netz und Reparatur-Eingriffe, wenn die inzwischen sehr Störungsanfälligen Anschlüsse beschädigt sind. Deshalb schlage die Verwaltung erwähnte Lösung vor. "Und der Bauhof wird die Anschlüsse dann auch so abklemmen, dass es auch so bleibt", erwähnte Ginter mit einem Augenzwinkern, dass kürzlich ein durch den Bauhof bereits abgetrennter Privatanschluss plötzlich wieder eingeklemmt war.

Ist eine "saubere Lösung"

Auf Nachfrage von Jürgen Kaupp (CDU), ob es noch etwas abzurechnen gebe, meinten Ginter und Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, dass der vorschlag aus Sicht der Verwaltung bereits eine "saubere Lösung" sei. Emil Rode (Freie Liste) sei überrascht gewesen, dass die Anschlüsse überhaupt noch von der Stadt gespeist würden. "Das muss in private Hände." Ein Anwohner meinte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass er diesen Schritt als selbstverständlich ansehe und natürlich akzeptiere.

Volker Liebermann (SPD/Buntspecht) fragte nach rechtlichen folgen, falls jemand sich im Dunkeln verletzen würde. Die Verkehrssicherungspflicht, so Ginter, liege bereits jetzt bei den Eigentümern. Andere "Altlasten dieser Art" gebe es seines Wissen nicht, entgegnete der Tiefbauchef auf Frage von Oskar Rapp (Freie Liste) – abgesehen vielleicht von ein paar Straßenlaternen an Privatwegen, die aber ihrerseits öffentlich genutzt würden.