Einmal im Jahr können Menschen am Schutterner Baggersee das Österreichische Leistungsschwimmabzeichen ablegen. Der DLRG-Ortsverein nahm dieses Jahr die Prüfungen mit Schramberger Kollegen ab. Alle Teilnehmer erhielten ein Abzeichen.
Der DLRG-Ortsverein Friesenheim-Schuttern ist seit Mitte Mai an der Seite der Badegäste am Baggersee Schuttern. Dabei hat die Gruppe um den Vorsitzenden Thorsten Silbermann alle Hände voll zu tun. Eine feste Institution am Baggersee ist zum Beispiel seit 2020 der Erwerb des „Österreichischen Schwimmabzeichens“. In diesem Jahr haben 18 Teilnehmer das Abzeichen abgelegt – von Bronze bis Gold – und dabei ihr Können im Ausdauerschwimmen gezeigt.
Bei 28 Grad im Wasser wird Schwimmern nicht kalt
Bereits um 10 Uhr morgens ging es los: Bei 24 Grad Außentemperatur und warmen 28 Grad Wassertemperatur wurde den Schwimmern auf jeden Fall nicht kalt. Bevor es jedoch ins Wasser ging, wurden die Teilnehmer eingehend über die Prüfungsordnung informiert. Denn ganz gleich, wie trainiert ein Schwimmer auch sein mag: Krämpfe machen vor dem stärksten Athleten nicht halt. Einige Schwimmer zogen gemeinsam ihre Runden und unterhielten sich.
Am Samstagmorgen waren noch nicht so viele Schwimmer im Wasser. Die DLRG hatte einen Teil des Südwestufers mit Booten, Schwimmbrettern und Bojen abgesteckt. Sowohl das Motorboot als auch 14 Rettungsschwimmer waren im Einsatz. „Für uns als DLRG ist das eine sehr wichtige Veranstaltung“, betonte Carmen Silbermann vom Vorstand des Ortsvereins. Präsenz zeige die DLRG Wochenende für Wochenende. Dass die Fähigkeit des Schwimmens von elementarer Bedeutung ist, demonstriert die DLRG mit der Abnahme des Schwimmabzeichens.
Die Vernetzung der jeweiligen Hilfsorganisationen ist dabei ein besonderes Qualitätsmerkmal. Carmen Silbermann war dankbar für die Unterstützung von Kollegen der DLRG Schramberg mit ihrem Leiter Ralf Tomaschewski. Daneben unterstützten auch der DRK-Ortsverein Friesenheim sowie Kollegen aus dem DRK Schutterwald, die mit ihrem Quad an den See gekommen waren. „Die Infrastruktur stimmt“, erklärte Carmen Silbermann gegenüber unserer Redaktion. Außerdem habe das Technische Hilfswerk aus Lahr ein Zelt zur Verfügung gestellt. „Unsere Hilfsorganisationen sind sehr gut vernetzt und arbeiten übergreifend Hand in Hand“, resümierte Silbermann weiter.
Nach 15 Minuten kam die achtjährige Margarethe Schäfer aus dem Wasser – das gab ein Abzeichen in Bronze. Philipp Kolb aus Rust zog seinen Hut vor dem Können der Zweitklässlerin und erklärt: „Alle Achtung.“ Er selbst war nach einer Stunde aus dem See ausgestiegen. „Bronze reicht mir“, meinte er lachend.
Anmeldegebühr geht an die Schwimmförderung
Sein Sohn Cedrik ging da schon weiter. Mit 13 Jahren holte er nach 40 Minuten das Schwimmabzeichen in Silber. Zu gern hätte er Gold gemacht. Im kommenden Jahr, wenn er 14 ist, dürfte das gelingen. Dann muss er für „Gold“ 45 Minuten schwimmen. Zwei Stunden im Wasser für Gold geht jedoch erst für Schwimmer ab 18 Jahren. Da war Mutter Jessi ein großes Vorbild. Gleichmäßig zog sie ihre Runde.
Ralf Tomaschewski zeigte sich sehr zufrieden mit der hohen Teilnehmerzahl für das Schwimmabzeichen. Seine Einschätzung: „Menschen schwimmen zu wenig.“ Wer das Schwimmabzeichen ablegt, tue auch etwas für seine Fitness, betonte er. Außerdem sei das Abzeichen verbunden mit einem guten Zweck: Die Anmeldegebühr liegt bei 30 Euro pro Person. Alle Einnahmen werden zu 100 Prozent einem Fonds zur Schwimmförderung von benachteiligten und behinderten Kindern gutgeschrieben.
Im Einsatz
In der Zeit von Mitte Mai bis Mitte September, bis zum Schulanfang, ist die Wachstation der DLRG Friesenheim-Schuttern an jedem Wochenende mit Rettungsschwimmern besetzt. Mitglieder der Jugendeinsatzgruppe unterstützen die Wachstation.