Thorsten Simon zeigte bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Altersklasse in Torun seine Klasse und belegt beim Gewichtwerfen und Hammerwerfen Rang zwei.
Die polnische Stadt Toruń zeigte sich einmal mehr als glänzender Gastgeber internationaler Leichtathletik-Wettkämpfe. Nur eine Woche nach den Titelkämpfen der Profis gehörte die Bühne dann den Altersklassenathleten – und die lieferten ein echtes Sportfest ab. Rund 3500 Teilnehmer aus 52 Nationen sorgten für spannende Wettbewerbe quer durch alle Disziplinen.
Mitten drin: Thorsten Simon aus Oberndorf. Der 49-jährige Gymnasiallehrer bewies eindrucksvoll, dass mit ihm weiterhin zu rechnen ist – und sicherte sich gleich zwei Silbermedaillen. Für Simon ist es bereits die sechste internationale Medaille in Folge.
Zehenbruch bedroht Start
Dabei war ein Start bei der EM lange alles andere als sicher. Nach einer Weltreise mit seiner Familie im vergangenen Schuljahr hatte Simon zunächst mit einem deutlichen Trainingsrückstand zu kämpfen. Doch mit viel Ehrgeiz und Disziplin arbeitete sich der erfahrene Werfer in nur sechs Monaten zurück zu alter Form. Ein weiterer Rückschlag folgte jedoch im Februar: Eine Mehrfachfraktur am großen Zeh drohte die EM-Pläne endgültig zu durchkreuzen. „Zum Wettkampf war ich wieder schmerzfrei – auch wenn mein Zeh noch anders aussieht“, sagt Simon mit einem Augenzwinkern.
Seinen ersten großen Auftritt hatte der Oberndorfer im Gewichtwerfen, einer Disziplin, die ausschließlich in den Altersklassen ausgetragen wird. Trotz für ihn mäßigen 12,98 Metern sicherte er sich in einem denkbar engen Wettbewerb die Silbermedaille.
Gerade einmal 20 Zentimeter trennten die Plätze zwei bis vier. Den Sieg holte sich der Finne Juhana Mäkelä, Bronze ging an den Franzosen Gregory Bottier. „Manchmal zählt eben nicht die Weite, sondern nur die Platzierung“, erläutert Simon.
Drei Tage nach dem Erfolg im Gewichtwerfen legte er nach: Im Hammerwerfen zeigte der Oberndorfer erneut seine Klasse. Mit 45,76 Metern und einer konstant starken Serie von sechs gültigen Versuchen sicherte sich Simon souverän die zweite Silbermedaille – mit mehr als drei Metern Vorsprung auf den Drittplatzierten. Erneut musste er sich nur dem starken Finnen geschlagen geben.
Sechs Podestplätze in Serie
Mit sechs Podestplätzen in Serie stellt sich zwangsläufig die Frage nach Gold. Die Chancen dafür könnten bald steigen: Im kommenden Jahr wechselt Simon in die Altersklasse M50 – und tritt dort mit einem leichteren Wurfgerät an. Das könnte dem vergleichsweise leichten und schnellen Athleten entgegenkommen. „Einmal ganz oben stehen und die Nationalhymne mitsingen – das ist mein großes Ziel“, sagt der Familienvater.
Sein Erfolg kommt jedoch nicht von ungefähr: „Ohne die Unterstützung meiner Frau wäre das alles nicht möglich“, betont Simon. Die Sportlehrerin hält ihm den Rücken frei, damit er die nötigen Trainingsstunden absolvieren kann.
Im Sommer geht es weiter
Nach den intensiven Wettkämpfen gönnt sich Simon nun eine kurze Pause, bevor im Sommer die nächsten nationalen Herausforderungen warten. Ganz ohne Leichtathletik verlaufen seine Pausen auch nicht, da er als lizenzierter Trainer sich zunehmend beim TV Oberndorf engagiert und dort seine Erfahrung an den Nachwuchs weitergibt.