Für Elena Burkard ist im WM-Vorlauf Schluss – dort geht’s vom Start weg zur Sache. Doch die Dornstetterin kann trotzdem stolz sein.
Eigentlich war es von vorneherein klar, dass es eine nahezu aussichtslose Mission von Elena Burkard ist, sich bei der WM in Tokio für das Finale der besten 15 Läuferinnen über 5000m zu qualifizieren. Dennoch nahm Burkard die Herausforderung an.
Im Gegensatz zu den oft taktisch gelaufenen Männer-Qualifikations-Rennen ging es im Vorlauf von Elena Burkard direkt vom Startschuss weg zur Sache. Die beiden Japanerinnen wollten ganz offensichtlich dem heimischen Publikum eine große Show bieten und sorgten vom ersten Meter an für ein schnelles Tempo.
2:57 Minuten auf dem ersten Kilometer
Nach 2:57 Minuten bewältigte das 20-köpfige Frauenfeld den ersten Kilometer, was auf eine Endzeit um 14:45 Minuten hindeutete. Burkard hielt sich diesem Zeitpunkt noch Anschluss, doch wer vermutete, dass sich das Tempo beruhigen würde, täuschte sich.
Vorne wurde weiter Gas gegeben und bereits nach zwei Kilometern fing das Feld an, auseinanderzubrechen. Auch Burkard musste die Spitze um Weltrekordlerin Beatrice Chebet und 10 000m-Vizeweltmeisterin Nadia Battocletti ziehenlassen.
30 Grad Celsius in Tokio
Doch nicht nur die Schwarzwälderin bekam Probleme. Auch die Sechste der Weltjahresbestenliste, Mitfavoritin Birke Haylom aus Äthiopien und die starke Kenianerin Margaret Akidor zählten zu den Läuferinnen, die dem Tempo und vor allen den heftigen Bedingungen in Tokio mit 30 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit zum Opfer fielen.
Am Ende kam Elena Burkard als 19. ihres Vorlaufs nach 15:37,33 Minuten ins Ziel, knapp hinter der Japanerin Yuma Yamamoto, die bis Mitte des Rennens noch die Spitzengruppe angeführt hatte. Damit endet zwar das Abenteuer „Leichtathletik-WM“ für Elena Burkard, aber alleine die Qualifikation war schon der Kategorie „absolute Weltklasse“ zuzuordnen.
So lautet das Fazit der Weltklasse-Läuferin
„Es war sehr hart. Meine Form ist eigentlich gut, aber ich habe mich schwergetan mit den Wechseln zwischen heiß im Stadion und kalt im Callroom. Leider spielt auch mein Magen-Darm-System seit ich auf Reisen bin verrückt. Das rächt sich bei solchen Bedingungen leider umso mehr. Ich habe alles gegeben und bin unglaublich dankbar und froh hier in Tokio sein zu dürfen. Der ganze Weg bis hierher war toll. Jetzt gilt die 24-Stunden-Regel: so lange traurig und frustriert sein, und dann wieder nach vorne blicken,“ fasste Elena Burkard ihre letzten Wochen und das Rennen kurz zusammen.