Elena Burkard unterstreicht einmal mehr ihre starke Form und steht auch über 3000 Meter neben Platz vier in der Weltbestenliste nun ganz oben in der europäischen Bestenliste der laufenden Saison. Foto: Eibner

Leichtathletik: 28-Jährige ist neue Württembergische Rekordhalterin. Reihenweise Bestzeiten in Winnenden. 

Das zurückliegende Wochenende stand für die Läufer der LG farbtex Nordschwarzwald unter einem erfolgreichen Stern. Beim Abendmeeting "Läufe in den Sonnenuntergang" in Winnenden purzelten reihenweise die persönlichen Bestzeiten.

Allen männlichen LG-Akteuren voran stürmte Henri Hansert über 800 Meter mit 1:54,85 Minuten gleich im ersten Lauf mit Nordschwarzwälder Beteiligung zu einem Topergebnis und neuem Hausrekord. Bis 100 Meter vor Schluss spürte Hansert sogar noch den Atem von Teamkollege Fabian Müller im Nacken. Allerdings fehlte Müller am Ende etwas das Stehvermögen, sodass für ihn am Ende die Uhren bei 1:57,00 Minuten stoppten, der damit zwar knapp an seiner Bestzeit vorbei schrammte, aber seine Saisonbestleistung um über eine Sekunde steigern konnte. Ebenfalls über die 800 Meter lief Lukas Waidelich mit 2:12,06 Minuten als Achter bei der U 20 ein und stellte wie Hansert eine neue persönliche Bestleistung auf.

Hasse läuft mutiges Rennen

In den anschließenden 3000 -Meter-Läufen stellten sich dann gleich drei weitere Läufer aus der Trainingsgruppe um den Dornstetter Trainer Jörg Müller. Raphael Kirn, der sich nach längerer Auszeit momentan wieder im Aufbau befindet, erlief sich neben einer neuen persönlichen Bestzeit von 9:51,29 Minuten auch Platz zwei in der männlichen Jugend. Mit Alex Hasse vom ASV Horb und Viktor Luft gingen bei den Männern zwei weitere Athleten der LG-Trainingsgruppe auf Zeitenjagd. Hasse, der sich seit diesem Winter der Dornstetter Trainingsgruppe angeschlossen hat, lief ein mutiges Rennen, das am Ende mit Platz 7 und ebenfalls neuer Bestzeit von 9:32,37 Minuten belohnt wurde. Viktor Luft präsentierte sich ebenfalls bestens aufgelegt. Mit 9:59,69 Minuten blieb der Mann mit dem Nähmaschinenschritt erstmals in seiner Karriere unter der 10-Minuten-Marke und war obendrein schnellster Teilnehmer in der Altersklasse M 45.

Doch für das Highlight des gesamten Abends sollte Elena Burkard sorgen. Vierzehn Monate nachdem Burkard ihren württembergischen Rekord über 3000 Meter an WM-Finalistin Hanna Klein von der SG Schorndorf 1846 verloren hatte, wollte sich Burkard diesen Rekord unbedingt zurückholen. 2019 hatte Klein den Rekord im Emirat Qatar beim Diamond League Meeting um hauchdünne 43 Hundertstelsekunden auf 8:45,00 Minuten verbessert.

Von Beginn an Tempo

Nach ihren Vorleistungen im Training wusste die Baiersbronnerin, dass der Rekord zumindest im Bereich des Machbaren liegt. Eigens für Burkard hatte sich Hansert nach seinem tollen Lauf über 800m noch bereit erklärt, das Tempo für die 28-Jährige Rekordjägerin zu machen. Pünktlich um 20.10 Uhr fiel der Startschuss im Herbert-Winter-Stadion und das Nordschwarzwälder Duo zeigte sich vom ersten Meter an auf Rekordtempo. Geschickt hielt sich Burkard hinter ihrem Tempomacher Hansert, der exakt im Fahrplan für das Tempo sorgte. 2:55 Minuten zeigte die Uhr

nach dem ersten Kilometer. Auch die 2000-Meter-Marke passierte das Duo in exakt 5:50 Minuten, was auf eine Endzeit um die 8:45 Minuten hindeutet. Und genau diese 8:45 galt es zu knacken. Nachdem Hansert seine Tempoarbeit kurz nach der 2000-Meter-Marke beendet hatte, war die Nordschwarzwälderin auf dem letzten Kilometer auf sich alleine gestellt. Oftmals schläft das Tempo etwas ein, wenn der Tempomacher das Rennen verlässt, doch Burkard wusste um ihre Chance und dass der Rekord zum Greifen nahe war. Gegen Ende legte die hagere Läuferin sogar noch an Tempo zu, um am Ende mit 8:44,92 Minuten tatsächlich als neue Württembergische Rekordhalterin dazustehen. Damit unterstreicht Burkard ihre starke Form und steht auch über 3000 Meter neben Platz vier in der Weltbestenliste nun ganz oben in der europäischen Bestenliste der laufenden Saison.

Der nächste Formtest für Burkard steht nun über 1500 Meter in Regensburg an, bevor es dann am zweiten Augustwochenende in Braunschweig um die Deutschen Meistertitel geht. Dort wird Burkard auf ihrer Paradestrecke auf Europameisterin Gesa Felicitas Krause treffen. Mit Burkards derzeitiger Form sicher eines der Highlights der diesjährigen Deutschen Meisterschaften.

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