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Leichtathletik Deniz Almas aus Calw peilt Olympia-Norm an

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Gehört inzwischen zur Sprinterelite: Deniz Almas. Foto: Eibner

Deniz Almas hat im vergangenen Jahr mächtig abgeräumt. Der Calwer, der für den VfL Wolfsburg startet, hat sich zu Deutschlands bestem Sprinter entwickelt. Wie es für ihn ist, plötzlich gegen Weltstars anzutreten, erfahren Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Deutscher Meister über 60 Meter in der Halle in Leipzig, deutscher Meister über 100 Meter in Braunschweig, eine internationale Spitzenzeit mit 10,08 Sekunden in Weinheim – die Liste der Erfolge, die der 23-jährige Deniz Almas innerhalb der verkürzten Corona-Saison aufgestellt hat, ist beeindruckend. Sein großes Ziel in der kommenden Saison ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Wie es ist, gegen Weltstars anzutreten, hat Almas aber auch schon diese Saison erlebt.

Nach dem Erfolg bei den deutschen Meisterschaften ließ die Einladung zu einem internationalen Meeting nicht lange auf sich waren. Bei der Diamond League in Monaco und durfte Almas sich mit den Topleuten der Sprinterszene über die 200-Meter-Distanz messen. "Das war schon krass und alles super kurzfristig. Ich hatte eigentlich gar keine Zeit, mir groß Gedanken zu machen", erzählt Almas.

Weltmeister zieht vorbei

"Dienstags wurde meine Managerin angerufen, freitags stand ich schon in Monaco auf der Bahn. Übernachtet haben wir in einem Hotel direkt am Jachthafen". Vor dem Startschuss saß mit dem US-Amerikaner Noah Lyles der amtierende Weltmeister direkt auf der Bahn hinter Almas im Startblock. "Ich wollte einfach nur so lange wie möglich vor ihm bleiben", meinte Almas lachend. "Aber das war schon Wahnsinn, wie der einfach an mir vorbei gezogen ist". Auch wenn er gegen den Weltmeister am Ende keine Chance hatte, schlug sich der Altburger beachtlich. Er lief als Dritter in 20,64 Sekunden über die Ziellinie und ließ einige renommierte Kontrahenten hinter sich – unter ihnen auch der ehemalige Weltmeister Ramil Guliyev aus der Türkei. "Das waren sicher keine No-Names", sagt Almas stolz. Dass es in Monaco so gut lief, verdankt Almas auch seiner Lockerheit. "Es war gut, dass das Rennen über 200 Meter ging. Da ich die Strecke sehr selten gelaufen bin, wäre ich mit fast jeder Zeit und Platzierung zufrieden gewesen", sagt der ­23-Jährige.

Topzeit überrascht ihn selbst

Denn seine großen Erfolge und Titel der vergangenen Saison holte Almas über die kürzere Strecke, die 100 Meter. Zeiten zwischen 10,10 und 10,15 Sekunden hatte er sich da an einem guten Tag auch vor der Saison schon zugetraut. Dass er mit seinen 10,08 Sekunden, die er im Juli beim Meeting in Weinheim auf die Bahn brachte, direkt in die europäische Spitze vorstoßen konnte, war eine kleine Sensation.

Auch für ihn selbst kam die Topzeit ein bisschen überraschend. "Ich hatte einige gute Rennen. Manchmal hat der Start nicht ganz gepasst, manchmal war es hinten raus schlecht. Ich wusste aber, wenn alles zusammen kommt, kann ich sehr schnell sein", sagt Almas.

Ursache für die Leistungssteigerung in diesem Jahr war – wie soll es anders sein – das Training. "Ich habe sehr, sehr gut trainiert", meint Almas. "Und ich bin sehr konsequent geworden, was die Erholungsphasen, den Schlaf und die Ernährung angeht". Zudem sei er endlich eine längere Zeit von Verletzungen verschont geblieben. "Ich konnte einfach normal durchtrainieren", sagt Almas. Sollte seine Entwicklung so weiter gehen wie in den vergangenen Monaten, dann trauen Experten dem Altburger in den kommenden Jahren sogar zu, die magische Schallmauer der zehn Sekunden zu unterbieten.

Noch sind die Ziele des 23-Jährigen bescheidener. Zur Vorbereitung auf die kommende Saison ist Almas seit rund zwei Wochen im olympischen Leistungszentrum Kienbaum in Brandenburg. Mit seinen Kollegen aus der Nationalmannschaft der Sprinter und seiner Trainingsgruppe quält er sich dort, um im nächsten Jahr topfit zu sein. "In der nächsten Saison will ich mein Niveau insgesamt noch weiter erhöhen und stabiler laufen", sagt Almas. Bislang habe er in fast jedem Rennen – unabhängig von der Tagesform – eine Zeit von rund 10,25 anbieten können. "Das will ich steigern", sagt Almas. Zeiten unter 10,20 sollen für ihn bald zum Standard werden.

Drei Hundertstel fehlen zur Norm

Mit einem positiven Ausrutscher nach unten könnte er so in den nächsten Monaten auch seine persönliche Bestzeit erneut verbessern. Nicht ganz unwichtig, denn zu einem weiteren großen Ziel fehlen Almas derzeit nur drei Hundertstelsekunden. "Ich will an den Olympischen Spielen im Einzel teilnehmen und mit der Staffel ins Finale kommen", sagt er. Um sich im Einzel zu qualifizieren, muss Almas bis zum 29. Juni 2021 eine Zeit von 10,05 gelaufen sein. Sollte das nicht klappen, kann er sich aber auch auf einem anderem Weg qualifizieren. Aus seinen Ergebnissen bei den verschiedenen Wettbewerben wird ein Ranking erstellt. Gehört Almas da zu den 56 besten Athleten weltweit darf er bei den Spielen in Tokio im Einzel teilnehmen.

Die ersten Härtetests dafür will Almas gleich in der Hallensaison Anfang des Jahres absolvieren. Er ist zuversichtlich, dass diese Meetings trotz der Corona-Pandemie stattfinden werden. "Man muss natürlich abwarten, wie die Situation sich entwickelt, aber ich gehe davon aus, dass die Veranstalter Hygienekonzepte haben, die die Veranstaltungen möglich machen – im Zweifelsfall ohne Zuschauer". Sollte alles laufen wie geplant, dann wird Almas spätestens im Sommer in Tokio auch wieder gegen die Topstars der Szene auf der Bahn stehen.

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