Nahe dieser Parkbucht war die Leich gefunden worden. Foto: Müller

Bald zwei Monate ist es her, dass eine tote Frau bei Kniebis gefunden wurde. Sie ist immer noch nicht identifiziert. Die Polizei arbeitet aktuell 270 Hinweise ab.

Freudenstadt-Kniebis - Der Optimismus der Ermittler, die Frau bald zu identifizieren sei "ungebrochen", heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion bei der Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim. Die Ermittlungstätigkeiten erfolgten immer noch mit großem Engagement.

Kaum Informationen

Pilzsammler hatten die halbverbrannte Leiche der Frau am Samstag, 11. September, gegen 13 Uhr nahe einer Parkbucht, rund 800 Meter von Kniebis entfernt, entdeckt. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. Genaueres über die Todesumstände gibt sie aber nicht an die Öffentlichkeit. Dabei geht es um das sogenannte Täterwissen. Das sind Informationen, die nur der Täter haben kann und die ihn überführen könnten.

Rund 270 Hinweise

Rund 270 Hinweise zur möglichen Identität der Frau, die laut Obduktion mindestens 20 Jahre alt sein soll, sind bei der Polizei eingegangen. Drei Viertel davon seien abgearbeitet oder in Bearbeitung, so die Polizei. Die Hinweise kamen aus ganz Deutschland, die meisten aber "aufgrund der Tatörtlichkeit" aus Baden-Württemberg.

Beitrag am Jahresende

Nicht nur Zeitungen und Radios hatten über den Fund der toten Frau berichtet, sondern auch das ZDF und Sender der RTL-Gruppe. Zudem hatte sich die Polizei mit einem Youtube-Video an die Öffentlichkeit gewandt. Eine weitere Option wäre laut Polizei noch eine Veröffentlichung bei der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“. Falls die Identität bis dahin noch nicht feststeht, sei für das Jahresende ein Beitrag dort geplant.

Die gentechnischen und zahnmedizinischen Untersuchungen bei Rechtsmedizinischen Instituten und dem Kriminaltechnischen Institut (Landeskriminalamt) sind noch nicht abgeschlossen.

Die Hintergründe:

Die Sonderkommission "Pfad" unter der Leitung von Kriminaldirektor Ulf Dieter ermittelt in dem Fall. Ihr gehören 30 Ermittler und Experten an.

Laut dem dort zuständigen Revierförster Björn Waidelich gehörte viel Zufall dazu, die Leiche zu finden. Der Ort sei unübersichtlich und der Naturverjüngung überlassen worden. Das heißt, dass es dort viele Büsche und junge Bäume gibt, die den freien Blick versperren.

Auch mit französischen Behörden hat die Soko Kontakt aufgenommen. Dieser erfolgt über das Gemeinsame Zentrum der deutsch-französischen Polizei in Kehl. Außerdem forschten die Ermittler bei Tätowierern nach, ob sie die Tätowierungen der Frau erkennen.

Mittlerweile hat die Polizei ein Fahndungsplakat, ein Phantombild sowie Bilder von Tattoos mit Blumenmotiven veröffentlicht, eines vom Rücken der Frau, ein anderes von der rechten Hüfte. Dieses scheint aber nicht ganz vollendet worden zu sein. Die Frau war etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß und mindestens 20 Jahre alt. Sie hatte braunes, mittellanges Haar.

Ergebnisse der Obduktion gibt die Polizei nicht bekannt, um kein Wissen zu veröffentlichen. Daher blieben auch Fragen unbeantwortet, wie lange die Tote bereits in dem Waldstück lag. Das gilt auch für die Ergebnisse der Brandtests, die die Ermittler am Fundort vorgenommen haben, kommen vorerst nicht an die Öffentlichkeit.