Die Leiche wurde am Vatertag bei Keltern im Wald entdeckt. Der Mann verschwand jedoch bereits vor Monaten in Baden-Baden (Symbolfoto). Foto: Klormann

Nach dem Fund eines Toten bei Keltern im Enzkreis wurde am Sonntag bekannt, dass es sich um einen Vermissten handelt. Die Umstände seines Verschwindens scheinen indes rätselhaft.

Spaziergänger haben am Vatertag eine grausige Entdeckung gemacht: In einem ehemaligen Anglerteich im Ranntal, nahe der „Großen Eiche“, lag eine Leiche. Der Fundort befindet sich nur wenige Hundert Meter südlich der A 8, nördlich von Keltern, nordwestlich von Pforzheim, unweit des Landkreises Calw.

 

Diese Einzelheiten gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am frühen Sonntagnachmittag in einer gemeinsamen Presseerklärung heraus. Die weiteren Ausführungen lassen Raum für schreckliche Interpretationen. Denn erst eine Untersuchung der Gerichtsmedizin in Heidelberg habe bestätigen können, dass es sich bei dem Toten um einen Mann handelt.

59-jähriger Vermisster aus Baden-Baden

Die Obduktion habe darüber hinaus den Verdacht erhärtet, dass der Mann einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sei. Nähere Details dazu würden aus ermittlungstaktischen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Ferner erklärten die Behörden, der Verstorbene sei ein 59-Jähriger aus Baden-Baden, der seit mehreren Wochen als vermisst galt. Inwieweit der Verstorbene möglicherweise einen Bezug zur Region Keltern hatte, sei noch Gegenstand der Ermittlungen.

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte die Polizei nun, dass es sich bei dem Mann um einen Familienvater handelt, der vom Polizeipräsidium Offenburg mit einer Vermisstenfahndung gesucht wird – und das bereits seit Anfang des Jahres.

Am 25. Januar verschwunden

Der damals 58-Jährige habe am 25. Januar 2025 in den Vormittagsstunden unbemerkt das Wohnanwesen der Familie in Baden-Baden verlassen, danach verlor sich seine Spur. Ein Fall, der rätselhaft erscheint.

Denn die gemeinsamen Fahrzeuge der Familie befanden sich den Angaben zufolge zu Hause. Sämtliche Versuche, mit dem Vermissten in Kontakt zu treten, verliefen ohne Erfolg. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Vermisste in einer hilflosen Lage befindet“, heißt es im Fahndungsaufruf.

26-köpfige Sonderkommission

Hinweise auf die am Tag des Verschwindens getragene Kleidung und/oder markante Auffälligkeiten gab es nicht. Darüber hinaus gab es laut Polizei keine bekannten Orte, an denen sich der 58-Jährige hätte aufhalten, oder wohin er gegangen sein könnte.

Nun besteht traurige Gewissheit, wo sich der Familienvater befindet. Was ihm zugestoßen ist, das versuchen jetzt die Behörden herauszufinden.

Das Polizeipräsidium Pforzheim hat eine 26-köpfige Sonderkommission mit dem Namen „Sumpf“ eingerichtet.