Schulamt Albstadt haben dessen Leiterin Claudia Ostertag und Susanne Pacher, Leiterin der Abteilung Schule und Bildung im Regierungspräsidium Tübingen, zum Pressegespräch geladen. Gutgelaunt verkündeten sie den Ausblick aufs kommende Schuljahr.
Voller Zuversicht blicken Susanne Pacher und Claudia Ostertag auf das kommende Schuljahr 2024/2025. Denn: die Schulen im Regierungsbezirk Tübingen sind unterm Strich gut aufgestellt.
Pacher berichtete von der Allgemeinsituation im Bereich des Regierungspräsidiums, Ostertag hingegen fokussierte sich auf die Schulen im Bereich des Schulamts. So war zu erfahren, dass die Zahl der Grundschulkinder an den öffentlichen Schulen fast überall steigt. Für den Zollernalbkreis heißt das: Es gibt 1752 Erstklässler, das sind 58 mehr als im Vorjahr (umgerechnet 3,4 Prozent).
Ist der Grund für den Zulauf die Rückkehr zu G9?
Auch interessant: Beinahe überall verlieren die Haupt- und Werkrealschulen Schüler – nicht so im Zollernalbkreis: Hier gibt es einen Zuwachs von 1,7 Prozent. Schülerzuwächse verzeichnen auch die Realschulen im Kreis (plus 1,3 Prozent) sowie die Gemeinschaftsschulen (1,9 Prozent) und die Berufsschulen (4,3 Prozent), die Sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen (3,3 Prozent) und auch die öffentlichen Gymnasien (2,9 Prozent). Als Grund für den Zulauf an den Gymnasien vermutet Pacher übrigens die Rückkehr zu G 9 zum Schuljahr 2025/2026.
Mehr Schüler brauchen mehr Lehrer
Wo es mehr Schüler gibt, werden auch mehr Lehrer benötigt – oder, wie es Regierungspräsidiums-Pressesprecher Stefan Meissner treffend formulierte: „Die Schülerzahlen steigen, und die Aufgaben wachsen.“ Doch man scheint gerüstet zu sein. Die Lehrereinstellung bewege sich auf Vorjahresniveau, man starte mit einer Unterrichtsversorgung von 100 Prozent“, so Pacher. „Zudem gibt es wieder mehr Grundschullehrer, und darüber sind wir sehr froh“, sagte Pacher. Dennoch könne es an der ein oder anderen Stelle mal knapp werden.
Überhänge im Bereich Tübingen und Heidelberg
Ein Problem: Die Bereitschaft junger Lehrer, in den ländlichen Raum zu gehen, sei begrenzt. Das gelte unter anderem für den Zollernalbkreis, den Alb-Donau-Kreis und den Kreis Reutlingen. Dafür gebe es dann Überhänge in Städten wie Tübingen oder Heidelberg.
Claudia Ostertag betonte, dass man in Zukunft bei den jungen Lehrern auf den „Klebeeffekt“ hoffe. Das bedeute, dass die jungen Leute dorthin zum Unterrichten zurückgehen, wo sie ihr Referendariat gemacht haben – also im ländlichen Raum. Zudem profitiere man im Zollernalbkreis auch von den „Bodensee-Überhängen“. Gerne kämen die jungen Lehrer auch hierher, sozusagen in die Nähe des Bodensees.
Wie entsteht aber plötzliche Unterversorgung?
Zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung und zum Ausgleich von Ausfällen wurden zusätzlich Pensionäre und Lehrpersonen ohne Lehrbefähigung eingestellt. In Zahlen: 667 Arbeitsverträge im Umfang von 413 Deputaten wurden abgeschlossen. Vor allem die Grundschulen seien wirklich gut aufgestellt jede Klasse habe ihren Klassenlehrer.
Man sei zu 100,3 Prozent mit Lehrern versorgt. Wie dann aber eine plötzliche Unterversorgung entstehe? „Zum Beispiel durch Schwangerschaften, Elternzeit“, sagte Pacher schmunzelnd. Auf die Familienplanung und Lebensentwürfe habe man schließlich keinen Einfluss, schob Ostertag zwinkernd hinterher. Ansonsten werde „jongliert“, um Lücken zu füllen. „Es sei beispielhaft, wie sich Schulleiter da untereinander helfen“, lobte Pacher. Das Fazit von Claudia Ostertag für den Zollernalbkreis: „Er geht gut an den Start.“