Dejan Mihajlovicist der fünfte Kandidat, der seine Kandidatur zur Wahl als Oberbürgermeister der Stadt Freiburg bekannt gegeben hat. Foto: Dejan Mihajlovic

Dejan Mihajlović möchte im kommenden Jahr um den Posten als Oberbürgermeister der Stadt Freiburg kandidieren.

„Ich habe ein anderes Verständnis von Demokratie und Amt“, erklärt Dejan Mihajlović. Der Lehrer hat bekannt gegeben, zur kommenden OB-Wahl in Freiburg am Sonntag, 26. April, antreten zu wollen. Seine Motivation ist es, die Stadt in Zeiten, in denen weltweit Autokratien stärker werden, demokratischer aufzustellen. Ihm geht es dabei weniger um ein Programm sondern um Prozesse und darum, die Stadtgesellschaft zu verbessern.

 

Aktuell unterrichtet er noch mit zwei Stunden in der Woche an der Staudinger Gesamtschule. Mihajlovic engagiert sich seit Jahren im Bereich Demokratiebildung und digitale Transformation. Dafür ist er auch als Referent beim Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg zuständig. Zudem hat er eine Lehrbeauftragtenstelle an der PH Weingarten. „Durch meine Arbeit als Politikberater und den Kontakt mit dem Ministerium, habe ich bereits viel Einblicke in die Politik erhalten“, erklärt der 49-Jährige. Er sei dadurch nicht nur gut vernetzt, sondern habe auch viel über politische Prozesse gelernt und wisse, wo man diese verbessern könne.

Wohl der Stadt vor die Person im Amt stellen

Einen direkten Auslöser für seine Kandidatur gebe es nicht, auch sei er mit der aktuellen Situation nicht unzufrieden. „Ich sehe nur, dass diese Stadt ein unglaubliches Potenzial hat und ich dieses gerne nutzen möchte“ erklärt er. „Die Bürger sollen nicht entscheiden, wer die kommenden acht Jahre Oberbürgermeister ist, sondern vielmehr, was in diesen acht Jahren in ihrer Stadt passieren soll“, gibt er an. Er möchte die Bürger dazu animieren, mitzugestalten. Auch wolle er die Politikverdrossenheit in der Gesellschaft aufbrechen.

Einen klassischen Wahlkampf möchte Mihajlović nicht machen. Er stellt in seinem Wahlkampf die zentrale Frage „Dient es der Stadt“. „Wenn die Antwort darauf ja lautet, dann gehe ich es an“, so Mihajlović. Eine starke Demokratie könne dort stattfinden, wo es eine starke Stadtgesellschaft gebe. „ich glaube, dass Freiburg das Potenzial hat, eine Demokratie-Modellstadt zu werden“, erklärt der OB-Kandidat.

In der Freiburger Stadtgesellschaft ist Mihajlović kein Unbekannter. Er war zudem einer der Hauptorganisatoren der Großdemonstration für Demokratie, bei der am 21. Januar 2024 mehr als 25 000 Menschen teilgenommen haben. „Dieses Engagement bereitet mir eine riesen Freude, aber ich habe nicht die Zeit, dass ehrenamtlich auszuweiten“, erklärt der Lehrer. Es müssen Möglichkeiten und Strukturen geschaffen werden, die ein solches Engagement und eine Beteiligung der Stadtgesellschaft unterstützen und erleichtern.

Mihajlović tritt als parteiloser Kandidat an

Bis 2019 war Mihajlović Mitglied in der SPD. Er tritt aber ohne Parteibuch als parteiloser Kandidat an. Das muss in Freiburg aber kein Nachteil sein. Amtsinhaber Martin Horn sowie seine Herausfordererin Monika Stein treten ebenfalls parteilos an. Die anderen Kandidaten sieht er dabei nicht als Konkurrenten im klassischen Sinn. „Das sind alles Menschen mit einem guten Demokratieverständnis“, bekräftigt er. Dennoch unterstreicht er, dass Sie in der Art und Weise, wie Sie ihr Amt ausüben und ausüben wollen, von ihm abweichen. Neben Amtsinhaber Horn und Stein haben bereits Valerie Tabea Schult (parteilos) und Martin Borgmann (Die Partei) ihre Kandidatur angekündigt.

Der 49-Jährige Dejan Mihajlović ist verheiratet, hat vier Kinder und wohnt im Freiburger Stadtteil Waldsee.