Die Künstliche Intelligenz spielt auch an Schulen eine immer größere Rolle. (Symbolbild) Foto: © MrPanya – stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz verändert das Lernen an den Schulen. Christian Wallner, Lehrer am Gymnasium am Romäusring in Villingen, erklärt, worauf es beim Umgang mit KI ankommt.

Künstliche Intelligenz (KI) spielt auch an Schulen eine immer größere Rolle – und verändert den Unterricht spürbar. Wir haben mit Christian Wallner, Lehrer und Oberstufenberater am Gymnasium am Romäusring in Villingen über den Einsatz sowie die Risiken der KI gesprochen.

 

Grundsätzlich sehe er den Einsatz nicht kritisch, entscheidend sei jedoch der richtige Umgang. Im Unterricht nutze er KI gezielt, etwa indem Schüler generierte Texte auf ihre Richtigkeit überprüfen. So sollen sie lernen, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.

Auch der Schulalltag habe sich verändert, seit KI an Bedeutung gewonnen habe. Er persönlich gebe keine Hausaufgaben mehr auf, da diese seiner Ansicht nach größtenteils nicht selbst erledigt würden. „Wer das nicht glaubt, ist blind“, erklärt er. Stattdessen gebe er freiwillige Aufgaben mit auf den Weg, die er dann persönlich korrigiert, wie beispielsweise Aufsätze für den Deutschunterricht. Es komme jedoch vor, dass Schüler ihm KI-generierte Texte einreichen. Diese kontrolliere er nicht und erkläre den Schülern, dass er seine Zeit nicht für Texte von einer KI aufwende.

Im Unterricht selbst merke er Veränderungen: Schüler, die sonst weniger mitarbeiten, beteiligen sich häufiger. Allerdings oft mit Antworten, die sie direkt über ihr Tablet aus einer KI übernehmen. Das sei aus seiner Sicht nicht der Sinn der Mitarbeit. Gerade in Fächern wie Gemeinschaftskunde finde er es schade, da er dort gerne die eigene Meinung der Schüler hören würde und nicht die einer Künstlichen Intelligenz.

Abitur zunächst nicht betroffen

Am Abitur werde sich laut Wallner zunächst nichts ändern. Die Prüfungen blieben klassische Leistungsnachweise, bei denen die KI nur begrenzt helfe. Gleichzeitig beobachte er, dass viele Schüler für das Abitur weiterhin auf klassische Lernmethoden setzen würden, etwa mit Büchern statt KI. „Die Schüler müssen erst lernen, damit umzugehen“, erklärt Wallner.

Christian Wallner, Lehrer und Oberstufenberater am Gymnasium am Romäusring in Villingen. (Archivbild) Foto: Lukas Podolski

Er sei gespannt, wie sich der Umgang mit der KI entwickle und ob es irgendwann einen „Cut“ gebe, bei dem sie aus dem Schulalltag wieder verschwinde. Ein ähnlicher Prozess habe bereits bei Handys stattgefunden, die inzwischen an der Schule verboten seien.