Seit Mai bewirtet Pflugwirtin Petra Faißt in ihrer Traditionsgaststätte wieder angemeldete Gästegruppen. Gleichzeitig ist sie auf der Suche nach einem geeigneten Pächter.
Lange mussten die Lehengerichter und die Schiltacher den Gasthof zum Pflug missen. Ab März 2022 war die Gaststätte krankheitshalber geschlossen, seit Mai 2023 wurde sie nach und nach teilweise wieder geöffnet.
„Inzwischen geht es mir soweit wieder besser“, sagt Pflug-Wirtin Petra Faißt beim Gespräch mit unserer Redaktion vor Ort im Gasthaus. „Der Rückhalt während der Krankheit war toll, jetzt sind unsere Gäste in Lehengericht und Schiltach froh, wenn sie wieder einkehren können.“ Auch die Nachfrage durch Geschäftsreisende sei nach wie vor groß: „Wenn ich mich draußen vor dem Gasthaus oder im Biergarten aufhalte und mich darum kümmere,dass alles in Ordnung ist und schön ist, dann sehe ich, wie viele immer noch anhalten.“
Nach Anmeldung geöffnet
Zusammen mit ihrem Mann Erich, der wie sie in der Küche steht, hat sie im Frühjahr beschlossen, langsam und nach Anmeldung bzw. Bestellung wieder zu öffnen: Für Stammtische, Familienfeiern, Vereinsversammlungen und Beerdigungen im nicht allzu großen Rahmen für 20 bis 30 Teilnehmer. Für die nächsten Tage habe sich zum Beispiel der Schwarzwaldverein angemeldet. Auch die fünf Gästezimmer (Hotel garni) werden weiter angeboten. „Solange machen wir auf diese Weise weiter, bis wir irgendwann einen passenden Pächter finden.“ Der solle den Pflug als klassische Gastwirtschaft weiter führen mit einer gutbürgerlichen badischen Küche und den dazu passenden Weinsorten.
Dazu gehöre auch bei allem aktuellen Trend zur „Gourmet-Küche“ ein Rostbraten, ein Schnitzel oder einfach nur ein Wurstsalat. „Es war für uns nicht vorstellbar, so etwas nicht mehr zu machen“. Nicht nur die Einheimischen, auch die vielen Geschäftsreisenden hätten ein gutes bodenständiges Essen gewünscht, schnell serviert. „Wir haben dabei immer auf gute Qualität geschaut.“ So hätten sie immer ein „gutes Geschäft“ gehabt, auch wegen dem schönen Biergarten. „Den vermissen unsere Gäste.“ Die schätzten es auch, dass man in den geräumigen Gasträumen nicht Stuhl an Stuhl sitze, sondern „Luft zwischen den Tischen habe.“
Sie hätten immer festes bewährtes Personal gehabt, aber das zu finden, sei mit der Zeit in der Dienstleistungsbranche immer schwieriger geworden. „Bei Personalengpässen mussten wir das dann selber auffangen.“ Leider merke man es oft erst spät, wenn es an die Substanz gehe. Eine große Belastung sei auch die Corona-Zeit gewesen, als sie zumachen mussten und nur Essen außer Haus anbieten konnten. Sie ärgert sich darüber, dass sich der Staat das Unterstützungsgeld wieder zurückgeholt habe, weil es zum Umsatz gerechnet wurde und versteuert werden musste. Ihre Kritik hat sie beim letzten Treffen der CDU auch ihrem Parteikollegen und Landtagsabgeordneten Stefan Teufel deutlich gemacht.
Biergarten früh eingerichtet
Eine Gartenterrasse als ersten Schritt zum Biergarten einzurichten, sei übrigens schon die Idee ihres Vaters Peter Schillinger gewesen, der die Gastwirtschaft zusammen mit ihrer Mutter Doris geführt hatte. „Die beiden waren damit die ersten weit und breit gewesen.“ Ihre Eltern hatten die Gaststätte ihrerseits von ihrem Großvater Eduard Hübner übernommen. Sie selbst war 1986 in den elterlichen Betrieb eingestiegen, somit als die dritte Inhaber-Generation in dem Traditionsgasthof. „Der Pflug war und ist mein Leben, ich habe das gerne gemacht“, erklärt sie.