Die Lage an der Ortsdurchfahrt ist gut. Foto: Cools

Seit das Zoolädle im Dezember ausgezogen ist, stehen die Räume an der Epfendorfer Adenauerstraße leer. Das Ehepaar Rees und Gebäudeeigentümer Meinrad Krafft erzählen, wie es nun weitergehen soll, und warum sie vorsichtiger geworden sind.

Wo zuletzt Aquarien, Tierfutter und -zubehör standen, herrscht nun Leere. Nach zwei Jahren ist das Zoolädle aus dem Gebäude Adenauerstraße 8 ausgezogen. Dabei ist man nicht im Guten auseinandergegangen.

 

Vorwürfen des Ex-Mieters, das Haus sei seit Oktober nicht mehr beheizt worden, weshalb er Vögel und Nagetiere bei sich zu Hause habe unterbringen müssen, wie an anderer Stelle berichtet, stellt sich Angelika Rees, die sich mit ihrem Mann um die Gebäudeverwaltung kümmert, entschieden entgegen. Über diese Darstellung sind sie entsetzt und weisen diese Vorwürfe klar von sich.

Die Haltung von Tieren sei in diesen Räumen außerdem nie vorgesehen gewesen, stellt sie klar. Es habe aber auch abseits dieser Behauptung einiges gegeben, weswegen ein Ende des Mietverhältnisses in ihrem Sinne gewesen sei.

Angebot muss ins Ortsbild passen

Nun will man nach vorne schauen, ist durch die jüngste Erfahrung jedoch vorsichtiger geworden, sagen Angelika und Martin Rees. Dabei wünsche man sich eigentlich nur einen langjährigen Mieter, der zuverlässig sei und den Mietvertrag einhalte.

Außerdem soll in die Räume jemand einziehen, dessen Angebot ins Ortsbild passt. Ein Betrieb mit schweren Maschinen beispielsweise wäre da nichts, findet Angelika Rees.

Das Zoolädle ist im Dezember ausgezogen. Die Räume in der Adenauerstraße 8 stehen leer. Foto: Cools

Je größer der Mehrwert für Epfendorf sei, desto besser. Da komme man einem Interessenten auch gern entgegen. Auch Teil-Vermietungen der insgesamt 280 Quadratmeter seien möglich. Sie würde sich besonders auch über ein soziales Angebot, wie einen Tafelladen, freuen, meint Angelika Rees.

Florierendes Café früher

Sie denkt mit ein wenig Wehmut an die Zeit zurück, als in der Adenauerstraße 8 noch Lebensmittel verkauft wurden, ein Café betrieben wurde, und Weinevents und ähnliche Feiern stattfanden.

Das Gebäude hat eine lange Geschichte. Seit 1856 befand sich darin ein Laden, einst geführt von der Familie Lemperle, ehe 1888 Karl Rees – Martin Rees’ Urgroßvater – aus Wehingen kam und das Geschäft nach der Heirat mit Lemperles Tochter übernahm.

Das Gebäude hat eine lange Geschichte. (Archivfoto) Foto: Rees

Nach dessen Sohn Remigius war Martin Rees’ Vater Karl der Inhaber bis 1997. Mitte der 70er-Jahre wurde der landwirtschaftliche Teil des Gebäudes abgerissen und der Laden neu gebaut.

Martin Rees übernahm das Lebensmittelgeschäft 1998 in vierter Generation. In den 2000ern gab es einen weiteren großen Umbau, in dessen Zuge ein Weinkeller entstand, der bald zur Location für Feierlichkeiten wurde.

So sah das Gebäude früher aus. Foto: Rees

Die Fußbodenheizung sei damals dem Verlauf der Einkaufsgänge entsprechend verlegt worden, erklärt Martin Rees. Eine Temperatur von 24 Grad Celsius erreiche man also so gut wie gar nicht. Mit diesem Umstand sei man immer offen umgegangen. Und er bringe natürlich auch Einschränkungen mit sich. Für Büros wäre die Fläche aktuell eher nicht geeignet, es sei denn, man wolle entsprechend renovieren.

Das Ende einer Ära

Die Ära des Lebensmittelmarktes endete vor fast zehn Jahren. Zuletzt gehörte das Lebensmittelgeschäft Rees mit ihrem Nahkauf zum Verbund der Rewe-Gruppe, und von der gab es klare Umsatzvorgaben. Vom Richtwert von 1,5 Millionen Euro Jahresumsatz sei man meilenweit entfernt, erklärte Martin Rees damals unserer Redaktion.

„Die ganzen Billigartikel und Eigenmarken von Discountern haben uns den Laden damals kaputt gemacht“, resümiert er heute. Hinzu kamen steigende Energiekosten.

Seit 2016 waren die Räume in der Adenauerstraße 8 dann immer wieder vermietet, etwa an einen Anhängerverleih und an einen Anbieter von Kassensystemen.

Als Lagerflächen nutzbar

Bis es neue Interessenten gibt, werden die Räume als Lagerflächen zur gewerblichen und privaten Nutzung angeboten, etwa für Möbel, Maschinen, Kleidung und nicht verderbliche Ware.

Zum Gebäude gehören übrigens auch die Räume, in denen schon seit vielen Jahren ein Friseurgeschäft betrieben wird, und zwei Wohnungen. Dort läuft aus Sicht von Meinrad Krafft und des Ehepaars Rees glücklicherweise alles rund. Und vielleicht findet sich ja auch bald wieder jemand, der die ehemaligen „Rees“-Räume mit neuem Leben füllen will.