Der Gemeinderat stimmt den Pop-up-Stores zu. Die Stadt unterstützt die Händler, die bleiben wollen.
Einen weiteren Weg zur Förderung des Einzelhandels beschreitet die Wirtschaftsförderung, die in Zusammenarbeit mit dem City-Management ein Konzept möglicher Eröffnungen von Pop-up-Stores initiierte. Die in Zusammenhang mit dem Landesförderprogramm „Einzelhandel/Innenstadt“ vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus bezuschussten Stores bedeuten für die Stadt einen relativ geringen Kostenaufwand. Sie sind probates Mittel für ein erfolgreiches Leerstandsmanagement.
Infolge einer interessiert geführten Diskussion stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben vorbehaltlos zu. Im Haushalt der kommenden beiden Jahre sind jeweils 35 600 Euro einzustellen, von denen 70 Prozent beziehungsweise 22 400 Euro jährliche Zuschüsse wieder in die Stadtkasse zurückfließen.
Um einen Dauerposten im Haushalt zu verhindern erweiterte Ratsmitglied Marcus Greiner den Beschlussvorschlag mit der Bedingung, dass das Programm vorerst auf die vorgeschlagenen zwei Jahre begrenzt bleibt. Er bezeichnete das Projekt als einen sehr guten Versuch, um in den Einzelhandel wieder mehr Schwung zu bringen.
Von der Idee angetan
Angetan von der Idee der Pop-up-Stores beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, das Projekt konzeptionell auszuarbeiten. Darin inbegriffen ist die Einreichung des Förderantrags, in Kombination mit regelmäßigen Informationen zur weiteren Entwicklung der rund 14 Leerstände im zentralen Versorgungsbereich. Diese mietet die Stadt in Absprache mit den Eigentümern an und stellt sie interessierten Betreibern kostenfrei für einen Zeitraum zwischen mindestens zwei Wochen und maximal sechs Monaten zur Verfügung.
Neben der Miete wären aus dem Fördertopf für die Kommunen auch Fördergelder für moderate Sanierungs- und Verschönerungsmaßnahmen der angemieteten Gebäude denkbar. Auch Marketingausgaben sind förderfähig.
Manuel Kienzler von der Wirtschaftsförderung der Stadt zeigte auf, dass Pop-up-Stores den Inhabern die Möglichkeit bieten, sich auf einem Berufsfeld zu versuchen, das sie schon immer einmal austesten wollten. Für die Stadt könne dies eine Bereicherung im Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungsgewerbe, auf dem Kunstsektor oder vielem mehr sein.
Kaum Grenzen gesetzt
Den Ideen für Pop-up-Stores seien kaum Grenzen gesetzt, weshalb sie sich auch für Showrooms, Neugründer, Startups oder Direktverkäufer eignen würden. Kienzler bedauerte, dass er noch keine belastbaren Erfolgszahlen aus den Pop-up-Store-Kommunen Furtwangen oder Villingen-Schwenningen vorweisen kann, da von dort noch keine belastbaren Zahlen vorliegen.
Die Wirtschaftsförderung unterstützt Pop-up-Store-Inhaber, die sich für einen Verbleib in Donaueschingen interessieren. Während des Förderzeitraums sind die als Stores definierten Ladenflächen für einen dauerhaften Verbleib jedoch tabu. Die Auswahl der Interessenten erfolgt nach Branche und einem Bewertungsschlüssel.
Leerstandsmanagement
Suche nach neuen Mietern
Seit Jahren versuchen Wirtschaftsförderung und Citymanagement bei Leerständen zu vermitteln. Eigentümer werden bei der Mietersuche unterstützt. Potenzielle Interessenten werden angefragt und bei Interesse weitervermittelt. Die Suche nach neuen Mietern sei häufig schwierig, sagt Verwaltungssprecherin Beatrix Grüninger. Mehr Erfolg soll die Nutzung der Gewerbeflächendatenbank des Landes Baden-Württemberg (findyourland.de) bringen. Eigentümer werden kontaktiert und per Fragebogen Daten zu den leerstehenden Objekten abgefragt, die dann auf dem Internetportal veröffentlicht werden.