Im Lidl-Verwaltungsgebäude in Neckarsulm ist am 17 Februar 2021 eine Briefbombe explodiert. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Die Heidelberger Staatsanwaltschaft hat einen 66-Jährigen angeklagt, weil er selbstgebaute Sprengsätze an süddeutsche Lebensmittelunternehmen geschickt haben soll. In der Lidl-Zentrale in Neckarsulm etwa sind im Februar drei Personen verletzt worden.

Heidelberg - Weil er selbstgebaute Sprengsätze an süddeutsche Lebensmittelunternehmen geschickt haben soll, hat die Heidelberger Staatsanwaltschaft einen 66-Jährigen angeklagt. Sie wirft dem Elektriker in Rente vor, auf diese Weise Geld erpresst zu haben. Die Anklage lautet nach Angaben vom Dienstag auf Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung. Das Landgericht Heidelberg muss nun entscheiden, ob und wann es einen Prozess ansetzt.

Die Serie der explosiven Postsendungen hatte am 16. Februar in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. Dort war in der Warenannahme eines Getränkeherstellers ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft. Kurz nach den Anschlägen war der Tatverdächtige festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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