830 000 Euro investiert die Gemeinde Schuttertal in die Neufassung der Kreuzhaldenquelle. Die Arbeiten auf der Baustelle im Wald kommen gut voran. Die Versorgung mit dem „Lebensmittel Nummer Eins“, so Bürgermeister Litterst, wird langfristig gesichert.
Ein ganzer Hang im Wald ist kahl geschlagen. Schweres Gerät prägt die Szenerie, einer der Bagger steht auf einer künstlichen Anhöhe aus Bruchsteinen. In der Mauer dahinter ist eine Tür eingelassen. Wer genau hinhört, vernimmt ein stetes Plätschern. Es ist ein Hinweis darauf, was auf diesem im idyllischen Wald um den Regelsbach so befremdlich wirkenden Platz entsteht: Hier wird eine neue Quelle ans Wassernetz des Ortsteils angeschlossen.
Bürgermeister Matthias Litterst und Wassermeister Wolfgang Kopf nehmen unsere Redaktion mit zur Baustelle im Wald – etwa 50 Meter höher gelegen als der Dorfkern. Vor allem in den heißen Sommern 2021 und 2022, berichtet der Wassermeister, sei man in Schuttertal „an die Kapazitätsgrenze gekommen“. Nicht nur aufgrund der Temperaturen sei der Wasserbedarf gestiegen, es kam auch etwa das Neubaugebiet oder der Außenbereich im Kambach, wo die Bewohner ihre Eigenversorgung aufgegeben haben, dazu. „Wir mussten etwas tun“, so Kopf.
Bayerische Firma übernimmt die Arbeiten
Also hat die Gemeinde etwas getan, um die Wasserversorgung langfristig zu gewährleisten, und sich mit der Fassung einer weiteren Quelle, der dritten für Schuttertal, beschäftigt. Die Schüttung der Kreuzhaldenquelle, also wie viel Wasser sie potenziell liefert, habe er schon länger beobachtet, verrät Kopf. „Es war die Quelle, die am besten für eine Neufassung vorbereitet war.“ Auch für Dörlinbach und Schweighausen, die ebenfalls autark versorgt werden, habe er „Zukunftsquellen“ im Blick.
Die Arbeiten von der Firma Scharpf aus Dirlewang im Unterallgäu an der Kreuzhaldenquelle sind schon weit fortgeschritten. Von dem Ort, an dem das Grundwasser aus der Erde austritt, ist nichts zu sehen. Die Quelle an sich ist von einem speziellen Lehm bedeckt. Lediglich ein Abfluss gibt einige Meter über der Baustelle Hinweise darauf, dass sich hier die Kreuzhaldenquelle versteckt. Weiter unten im Hang hinter der blauen Tür in der Mauer fließt das frische Wasser in den Quellschacht. Dort, erklärt Kopf, verweilt es zunächst, bis sich die Sedimente gesetzt haben. Diese Vorreinigung des Wassers ist notwendig, damit die spätere UV-Behandlung im Hochbehälter funktioniert und sich „Bakterien nicht hinter kleinen Teilen verstecken“, so der Wassermeister.
Pumpen sind für den Transport nicht notwendig
Vom Quellbehälter aus wird das Wasser künftig zusammen mit dem aus der Allmendquelle und der Schwarzgrabenquelle zusammengeführt und zum Hochbehälter geleitet. Die Leitungen zum bestehenden Netz, die noch zu bauen sind, können nicht auf direktem Weg verlegt werden. „Da ist ein Biotop“, klärt der Bürgermeister auf. 400 Meter Umweg seien notwendig. Der Hochbehälter liegt einige Meter tiefer als die Quellen. Das hat den Vorteil, dass die Gemeinde keine Pumpen installieren muss, um es dorthin zu transportieren. „Es ist alles Physik“, sagt Kopf.
„Einen Haufen Geld“, sagt Bürgermeister Matthias Litterst, nimmt die Gemeinde für die Neufassung der Kreuzhaldenquelle in die Hand. Die Bruttokosten für den Eigenbetrieb liegen bei 830 000 Euro, die Gemeinde erhält Fördermitteln in Höhe von 245 000 Euro. Dem Bürgermeister ist es ein Anliegen, die Schuttertäler darauf hinzuweisen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass das Wasser wann immer man möchte aus dem Hahn plätschert. In den heißen Sommern vor einigen Jahren habe man etwa die Sportplatzbewässerung einstellen müssen. „Wir hoffen, dass wir nicht noch einmal in die Situation kommen, dass wir haushalten müssen“, so der Bürgermeister. So wünscht er sich auch Verständnis dafür, dass die Wassergebühren (aktuell 2,88 Euro pro Kubikmeter) nicht mit denen anderer Kommunen vergleichbar seien. In Schuttertal gebe es mit den zahlreichen Quellen, drei Hochbehältern und einem weitläufigen Wassernetz besondere Herausforderungen. Die Gebühren, so Litterst, könnten in Zukunft weiter steigen, doch „Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins“. Und dafür sei es noch verhältnismäßig günstig.
Und wann tröpfelt Wasser aus der Kreuzhaldenquelle aus den Schuttertäler Wasserhähnen? Kopf erklärt, dass dies auch von der Witterung abhänge. „Im Sommer, vielleicht nach den Sommerferien“, schätzt der Wassermeister, könnten die Arbeiten beendet sein.
Hang wird aufgeforstet
Der Hang rund um die Kreuzhaldenquelle soll nicht so kahl bleiben, wie er aktuell ist, erklärt Bürgermeister Matthias Litterst. Es soll eine Aufforstung geben, „der Wald wird ökologisch besser aufgestellt sein als zuvor“. Ein Weg für die Maschinen soll allerdings erhalten bleiben, falls doch noch einmal Arbeiten an der Quelle selbst notwendig sind, ergänzt Wassermeister Wolfgang Kopf.