Eine gebackenen Schlüssel überreichte Bürgermeister Wolfgang Hermann (Zweiter von links) zusammen mit Lebenshilfe-Vorstandsvorsitzenden Karl Burger (links) Foto: Reinhard

Nach dem Spatenstich im Mai 2022 ist das neue Wohnhaus der Lebenshilfe in Hausach am Donnerstagabend bei einem Feierabendhock eröffnet worden. Es bietet Platz für 24 Menschen und eine Tagesgruppe von bis zu zehn Personen.

Das Haus wurde als Ersatz für das „Haus Elsa“ in Haslach und das „Tom-Mutters-Haus“ in Wolfach errichtet. Diese entsprachen nicht mehr den Vorgaben der Landesheimbauverordnung und durften nicht mehr betrieben werden.

 

Vor und nach dem offiziellen Teil gab es Führungen durch das fertiggestellte Gebäude. Leiter Raphael Leukel zeigte den Interessierten alle wichtigen Räume. Dazu gehörte unter anderem das Zimmer, in dem sich die Tagesgruppe aufhält. Wie Leukel erklärte, träfen sich dort die Bewohner, die nicht mehr in den Werkstätten tätig sind. Früher hätten diese mit dem Bus nach Haslach fahren müssen; dass der Treffpunkt für die Tagesgruppe nun im Wohnhaus integriert ist, habe den Vorteil, dass die Bewohner selbst entscheiden dürfen, wann sie aufstehen. In der zum Raum gehörenden offenen Küche kochen sie selbst, einen Menüplan erstellen die Bewohner in Zusammenarbeit mit den Betreuern.

Ein Highlight des Hauses ist der Snoezel-Raum

Ein Highlight des Hauses, das Leukel zeigte, ist der Snoezel-Raum, in den sich die Bewohner zurückziehen können, um bei entspannender Musik und Lichtspielen zur Ruhe zu kommen. „Gerade bei Regenwetter und im Winter sind die Räume immer sehr beliebt“, wusste er zu berichten. Auch das Pflegebad hatte einige Besonderheiten zu bieten. Zwar habe jede Wohnung eine eigene Dusche, aber manche Bewohner badeten gerne, erklärte Leukel. Die Badewanne sei höhenverstellbar, verschiedene Hebevorrichtungen ermöglichten ein bequemes und gefahrloses Einsteigen. Außerdem besitze die Wanne eine Musikbox. Der Multifunktionsraum im ersten Obergeschoss werde laut Leukel zum Beispiel für Dienstbesprechungen, Kinoabende und Geburtstagsfeiern genutzt. Danach zeigte er den Aufenthaltsraum einer Wohngruppe. Auch in diesen gibt es eine Küche. „Tagsüber wird unten gekocht, am Wochenende hier“, führt Leukel aus. Der Aufenthaltsraum führt auf eine Terrasse, von der man in den Garten hinunter gehen kann. Wie Leukel berichtete, ist dort noch ein Pool geplant ist, auch ein Hühnerstall soll noch errichtet werden.

Lebenshilfe-Vorstandsvorsitzender Karl Burger hieß in seiner Rede alle Besucher willkommen. Burger bezeichnete das neue Haus und das dazugehörige Grundstück als „Filet-Stück“. Die Bewohner hätten sich im Vorfeld „riesig gefreut“, in die neuen, barrierefreien Räume zu ziehen, auch wenn sie sich natürlich noch an die neue Umgebung gewöhnen müssten. „Das Ankommen wird sicherlich noch ein bisschen Zeit brauchen, zumal in den vergangenen Wochen auch noch an den Außenanlagen gearbeitet wurde und dies mit Baulärm und Behinderungen verbunden war“, so Burger.

Hausachs Bürgermeister Wolfgang Hermann erklärte: „Wir wollen für Bürger jeglicher Couleur eine Heimat bieten.“ Der Gemeinderat habe sofort ein offenes Ohr für das Vorhaben gehabt. Die neuen Bewohner, die aus Haslach und Wolfach kämen, bekämen mit Hausach nun „die Krönung“. Als Geschenk überreichte er Tschanlampen und Tassen mit dem Hausach-Logo. Er hatte auch in Bezug auf den barrierefreien Umbau des Hausacher Bahnhofs gute Neuigkeiten zu verkünden: „Am kommenden Mittwoch werden wir den Vertrag dafür unterschreiben.“

Justizministerin zitiert aus dem Grundgesetz

Justizministerin Marion Gentges meinte, dass es in diesem Jahr viel zu feiern gebe – nicht nur viele Sportereignisse wie die olympischen Sommerspiele. „Auch das Grundgesetzt wird dieses Jahr 75 Jahre alt“, wusste sie. Gentges zitierte aus dem ersten Paragraf des Grundgesetzes, Absatz eins: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ „Das könnte auch das Motto der Lebenshilfe sein“, meinte sie. „Was hier entsteht, trägt der Würde des Menschen bei.“

Haussegnung

Die Segnung des Hausacher nahmen die Pfarrer Jürgen Grabetz und Dominik Wille vor. „Ein ordentliches Zuhause ist sehr wichtig“, meinte Grabetz und erinnerte daran, dass Jesus sich selbst die Menschen in ihrem Zuhause besuchte. „Er hat sich meistens selbst eingeladen“, sagte Grabetz. Er und Wille segneten das Gebäude mit den Worten: „Friede sei diesem Haus.“