In Sulz am Eck bringt ein lebendiger Adventskalender das Dorf zum Leuchten. Torsten Baumgartl versucht etwas Weihnachtszauber in die Gemeinde zu bringen.
„Ich bin eingetragener Weihnachtsmann“, sagt Torsten Baumgartl, Organisator des lebendigen Adventskalenders in Sulz am Eck. Vor einem Jahr an Weihnachten entstand die Idee dazu. Als kleines Weihnachtsgeschenk für die Gemeinde hat Baumgartl den lebendigen Adventskalender in diesem Jahr koordiniert – wie es Weihnachtsmänner eben so machen.
Tatsächlich ist Baumgartl vor knapp acht Jahren nach Sulz am Eck gezogen. Die Beschäftigung als „roter Märchenonkel“ – wie es Baumgartl nennt – ist natürlich nicht seine Hauptbeschäftigung. Seit seinem Umzug arbeitet er als Flachglasmechaniker.
Seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen für den Adventskalender
Nachdem er sich im vergangenen Jahr die Idee in den Kopf gesetzt hatte, lud er kurzerhand den Ortsvorsteher ein. „Da hieß es direkt: Das machen wir“, erinnert sich Baumgartl. Nachdem der Vorschlag schließlich auch vom Gemeinderat abgesegnet wurde, machte sich Baumgartl eifrig an die Vorbereitungen. Zusammen mit Sonja Röhm und seinem Mann Michael Baumgartl übernahm er die Organisation. Neben einigen Sponsoren hat er auch Unterstützung von Jeanette Dengler vom Kirchengemeinderat bekommen.
Und so konnten immerhin 19 der 25 Türchen von Freiwilligen besetzt werden. Sulz am Eck ist also in diesem Jahr definitiv etwas heller beleuchtet. Kurzentschlossene können sich noch immer bei Torsten Baumgartl melden.
Jeden Tag ein neuer Adventsstern
„Wir haben extra Sterne anfertigen lassen, von einer Möbelschreinerei in Sulz, und die Firma Sehner hat diese dann lackiert“, erklärt er. Anschließend wurden sie bei einer offiziellen Sternübergabe an die freiwilligen Helfer übergeben. Wie genau die Sterne am Ende gestaltet werden, sei jedem selbst überlassen – gut sichtbar am Haus sollten sie allerdings sein.
Sein Bekannter, Jochen Lenz, erstellte ihm zusätzlich eine eigene Homepage. Auf dieser findet man nicht nur eine Karte zu den Standorten der jeweiligen Sterne, sondern auch einen digitalen Adventskalender mit Bildern zu den Treffen bei den Türchen. Damit die Termine für jedermann gut zugänglich sind, hängt eine zusätzliche Liste im Gemeindehaus.
Fast 100 Menschen waren beim Sportheim in Sulz am Eck
Schon jetzt scheint der Adventskalender ein voller Erfolg zu sein: Am 30. November startete die Familie Menzler zum ersten Advent. Sie präsentierten vor fast 60 Menschen einen Trickfilm und baute das Krippenspiel mit Egli-Figuren auf. „Die Familie Menzler hat sich richtig viel Mühe gegeben“, sagt der Organisator gerührt. „Ich habe jetzt schon zweimal geweint, und ich vermute, das geht fast so weiter“, sagt er schmunzelnd.
Am ersten Dezember veranstaltete das Sportheim Sulz am Eck eine Einheit Weihnachtssport für die Besucher. Rund 95 Menschen versammelten sich dort – darunter auch ältere Anwohner. „Die sind extra den Weg hoch zum Sportheim gekommen“, sagt Baumgartl sichtlich beeindruckt. Man merke einfach den Zusammenhalt, das sei das Schöne an kleinen Dörfchen. „Sulz bewegt sich von Stern zu Stern“, meint er. Auch der zweite Tag wurde gut besucht: Familie Schultheiß organisierte ein Spiel zum vorweihnachtlichen Rätselraten – zudem ebenfalls fast 90 Bewohner erschienen sind.
Am Samstag, 6. Dezember, sei er selbst mit einem Türchen an der Reihe. Als Programmpunkt zeigt er den Film Polarexpress. Kinder können sich außerdem auf einen Besuch vom Nikolaus freuen. „Es gibt nichts Schöneres, als die leuchtenden Augen von Kindern zu sehen, weil man sie mit etwas überrascht hat“, sagt er. „Der rote Märchenonkel kann da ein Lied davon singen“, fügt er hinzu und lacht.
Ob er den Adventskalender im kommenden Jahr noch einmal organisiert, sei noch nicht sicher. „Aber sagen wir mal so: Wenn es so weiterläuft wie bis jetzt, kann ich mir das auf jeden Fall vorstellen.“
Lebendiger Adventskalender Sulz am Eck
Website
www.advent.sulz-am-eck.com