Region entdecken: Das Zollerschloss, gelegen an der Eyach Foto: Foto: Maja Dickr

Was Touristen an die Eyachstadt zieht, wissen Bürgermeister Ermilio Verrengia und die Mitarbeiter der Touristen-Info.

Ob ans Meer, an den See, in die Berge oder einfach nur weg: Gerade sind viele Balinger auf Reisen und erkunden die Welt über die eigenen Stadtgrenzen hinaus. Ebenso ist für andere das Reiseziel jedoch die Eyachstadt selbst. Wofür sich die Touristen besonders interessieren, was ihnen empfohlen wird, hat Bürgermeister Ermilio Verrengia unserer Redaktion erzählt.

 

Wie viele Touristen kommen nach Balingen und in welchem Zeitraum kommen die meisten Touristen?

„Im Jahr 2024 wurden in Balingen 22 601 Ankünfte mit insgesamt 40 512 Übernachtungen registriert“, weiß er. „Die stärksten Monate waren dabei der Juni, gefolgt von Oktober und September.“ Erfasst werden allerdings nur Betriebe mit mehr als zehn Betten. Der sogenannte graue Beherbergungsmarkt, also Ferienwohnungen und kleinere Unterkünfte, bleibt unberücksichtigt.

„Dadurch spiegeln die Zahlen vor allem Geschäftsreisende wider, die überwiegend in Hotels übernachten“, betont Verrengia. „Tatsächlich gibt es im Zollernalbkreis und in Balingen jedoch deutlich mehr private Unterkünfte, die überwiegend von Urlaubsgästen genutzt werden. Deshalb ist die Statistik nur eingeschränkt aussagekräftig.“

Woher kommen die meisten Touristen?

„Die meisten Besucher stammen aus Deutschland“, berichtet der Bürgermeister. „Genauere Informationen lassen sich aus den Daten des Statistischen Landesamts jedoch nicht ableiten, da dort lediglich zwischen inländischen und ausländischen Gästen unterschieden wird.“

Welche Fragen stellen Touristen am häufigsten?

„An der Infothek hören unsere Mitarbeiterinnen besonders oft Fragen dazu, was man in Balingen unternehmen kann, auch bei Regenwetter“, so Verrengia. Häufig würden sich Besucher außerdem für gastronomische Angebote oder nach dem besten Weg zur Burg Hohenzollern interessieren. „Und natürlich wird auch nach der öffentlichen Toilette gefragt“, fügt er hinzu. Sie befindet sich im Untergeschoss. Rechts neben dem Bürgerbüro.

Was wird Touristen empfohlen, die nach Balingen kommen?

„Sehr beliebt sind ein Einkaufsbummel durch die Innenstadt, der historische Stadtrundgang sowie das Gartenschaugelände entlang der Eyach mit Spielplätzen und vielfältigen Freizeitmöglichkeiten für Kinder“, berichtet der Bürgermeister. „Auch kulinarisch hat Balingen mittlerweile für jeden Geschmack etwas zu bieten.“ Viele Gäste würden außerdem gerne zum Flyer „Täler, Fluren, wilde Höhen“ greifen, der verschiedene Wanderwege rund um Balingen vorstellt.

Besonders im August könne die Stadt mit Veranstaltungen wie dem Marktplatz-Open-Air und dem Kulturfestival punkten, während die Stadthalle das ganze Jahr über ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm bietet. „Als ‚Waagenstadt‘ empfehlen wir natürlich auch einen Besuch im Waagenmuseum, das die Geschichte der Waage anschaulich erzählt und auch einen Erlebnisraum für Kinder bereithält.“

Und weiter: „Darüber hinaus gibt es regelmäßig interessante Ausstellungen in der Rathausgalerie und in der Zehntscheuer.“ Auch die vielfältigen Angebote in den Balinger Ortsteilen würden gleichermaßen empfohlen.

Gibt es interessante Entwicklungen?

„In unserer Infothek begrüßen wir zunehmend Pilgerinnen und Pilger, die auf dem Jakobusweg unterwegs sind“, berichtet Verrengia. Balingen ist eine Station des Beuroner Jakobuswegs, wo sich Pilger in der Infothek einen Stempel für ihren Pilgerausweis abholen können. Außerdem beginnt hier der Palmbühl-Pilgerweg, der über Schömberg bis nach Rottweil und schließlich weiter nach Konstanz führt.

Wie präsentiert sich Balingen gegenüber Touristen?

Im Rathausfoyer steht die Infothek mit verschiedenen Informationsmaterialien und zwei Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. „Darüber hinaus ist Balingen regelmäßig auf der weltweit größten Tourismusmesse CMT in Stuttgart vertreten, Teil des Zollernalb-Tourismusmarketings sowie Mitglied der ‚AlbStädte‘ des Schwäbische Alb Tourismus“, weiß der Bürgermeister. Dieser Zusammenschluss von inzwischen 18 Städten verbindet Städtereisen mit Natur- und Outdooerlebnissen und wird deutschlandweit beworben, etwa in der „Süddeutschen Zeitung“ oder der „ZEIT“. „Unser Motto dabei: Die Wohlfühlstadt, die alles hat“, erzählt er.

„Ein besonderes Projekt sind außerdem unsere ‚Balingen-Botschafter‘“, so Verrengia. „Die Idee entstand während der Gartenschau, als Ehrenamtliche am Eingang die Gäste mit einem Lächeln begrüßten, was auf große Begeisterung stieß.“ Aus dieser Erfahrung entstand ein dauerhaftes Angebot: Mittlerweile stehen zwei bis vier Ehrenamtliche jeden Samstagvormittag auf dem Wochenmarkt als persönliche Ansprechpartner für Besucher bereit.

„Bisher haben wir 20 Ehrenamtliche die sich aktiv daran beteiligen wollen. Sie kennen die bekannten wie auch die verborgenen Ecken Balingens, geben kulinarische Tipps und stellen bei Bedarf direkten Kontakt zur Tourist-Info im Rathaus her.“ Erkennen kann man sie an ihren türkisfarbenen Westen und Strohhüten, die nun ein fester Bestandteil des Wochenmarkts werden sollen.