Das Wohnhaus in der Laibgasse in Hochmössingen hat schon bessere Tage gesehen. Nun soll es abgerissen werden. Foto: Bodo Schnekenburger

Ein in die Jahre gekommenes Gebäude im Oberndorfer Teilort Hochmössingen soll abgerissen werden. Nun beriet der Verwaltungsausschuss über die Förderung des Rückbaus.

Mit einem spitzen Dach, gelben Rollläden, roten Ziegeln und einem von der Witterung abgewaschenen Anstrich steht das Haus Nummer 10 in der Laibgasse in Hochmössingen da. Nun soll es abgerissen werden – und diese Maßnahme soll eine Förderung bekommen.

 

Bereits 120 Jahre alt soll das Gebäude im Süden des Oberndorfer Ortsteils laut dem Besitzer sein. Bis 2015 war das Haus noch bewohnt, seither stehe es aber leer.

Nach Abriss soll ein Einfamilienhaus entstehen

Risse im Putz und nachgebende Balken im Gebäude zeigen den baulich schlechten Zustand des Gebäudes auf. Nicht nur das: Der Sandsteinsturz über dem Durchgang zum Gewölbekeller ist gebrochen, ein Teil des Gewölbes droht, den Verbund zu verlieren. Doch das Grundstück soll nun neues Leben und ein neues Erscheinungsbild bekommen. Denn: Nach dem Abbruch des Gebäudes soll an gleicher Stelle ein Einfamilienhaus errichtet werden. Der private Eigentümer versicherte dem Gemeinderat selbst dort einziehen zu wollen.

Da geht man nur mit ungutem Gefühl drunter durch: der Sturz über dem Durchgang in den Gewölbekeller Foto: Schnekenburger

Nun beantragte der Besitzer die städtische Förderung aus dem Programm „Leben mittendrin!“ beim Oberndorfer Gemeinderat. Mit einem umbauten Raum von 600 Kubikmetern könne das Projekt demnach mit 15 000 Euro gefördert werden.

In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses besprachen die Gemeinderäte das Vorhaben. Viel zu sagen gab es dazu aber nicht: Die Bilder des Gebäudes sprachen eine klare Sprache, und so bewilligte der Ausschuss die Förderung des Vorhabens in der Laibgasse in Hochmössingen einstimmig.

„Leben mittendrin!“ besteht seit 2013

Die Förderung „Leben mittendrin!“ ist ein städtisches Förderprogramm zur Innenentwicklung, das vom Gemeinderat im Jahr 2013 beschlossen wurde. Dadurch möchte die Stadt der zunehmenden Entvölkerung der Ortskerne entgegen wirken. Der demografische Wandel sei eine der Ursachen, oder der bauliche Zustand sei nicht mehr zeitgemäß, so ist es auf der Webseite der Stadt Oberndorf zu lesen.

Oft stünden solche Gebäude nach einiger Zeit leer oder müssten grundlegend saniert werden, um auf moderne Wohn-Standards zu kommen. Um Besitzer zu motivieren, innerörtliche Flächen neu zu entwickeln, wurde die Förderung ins Leben gerufen.

Im nächsten Schritt muss auch der Ortschaftsrat Hochmössingen in seiner Sitzung am Donnerstag, 24. Juli, darüber beraten und seine Zustimmung geben. Bislang wurde vom Besitzer noch kein Bauantrag gestellt.