Klemens Auberle, hier im Jahr 2021, hat sich als leidenschaftlicher Pädagoge vielfältig engagiert. Foto: Roland Sprich

Er war nicht nur Chef des Schulamts, sondern auch Vorsitzender des Jugendförderungswerks. Jetzt ist der Wahl-Schwenninger Klemens Auberle im Alter von 84 Jahren gestorben.

Im September 2024 konnte man Klemens Auberle noch einmal richtig in Aktion erleben: Bei der Feier zum Start der Hauptschule am Deutenberg vor 50 Jahren (heute als Werkrealschule Teil des Schulverbunds) erinnerte sich der ehemalige Schulleiter zusammen mit anderen Lehrerkollegen an die frühen Hauptschuljahre und führte angeregte Gespräche, etwa über das damals junge Kollegium oder die Veränderung vom reinen Fachlehrer- zum Klassenlehrersystem.

 

Auberle selber war damals, im Jahr 1974, mit seinen 33 Jahren der dienstälteste Lehrer am Deutenberg, nachdem er bereits an verschiedenen anderen Schulen rund um Schwarzwald und Baar tätig war. 14 Jahre lang hatte er am Deutenberg auch die Rektorfunktion inne. Mit 900 Schülern entwickelte sich diese Bildungseinrichtung übrigens zur damals größten Hauptschule in Baden-Württemberg – mit 70 Prozent Migranten aus 20 Ländern.

42 Jahre Lehrtätigkeit

Seine insgesamt 42-jährige Schullaufbahn sollte den Wahl-Schwenninger mit Haus am Deutenberg, der in Freiburg und Neustadt aufgewachsen ist und beim Studium an der Pädogischen Hochschule in Freiburg die Weichen für seine berufliche Zukunft gestellt hat, auch ins Staatliche Schulamt führen.

Zunächst, 1988, nach Rottweil, wo sich Klemens Auberle als Schulrat auf Grundschulpädagogik und Migrantenförderung konzentriert hatte, ab 1998 – nach einer kurzen Tätigkeit als Regierungsschuldirektor in Freiburg – zurück nach Villingen-Schwenningen, wo er das Staatliche Schulamt bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2005 an der Spitze leitete.

Großes Ehrenamt

Doch auch darüber hinaus blieb der leidenschaftliche Pädagoge keinesfalls untätig und engagierte sich vielfältig. Allen voran im Jugendförderungswerk, dessen Vorsitzender Klemens Auberle war und in dem er – zusammen mit seinem Stellvertreter Dieter Sirringhaus – viel für die Jugendförderung in der Doppelstadt geleistet hat.

Sein Ziel: Nach dem Aus des Familienzentrums mit dem Jugendkulturzentrum am Klosterhof ein neues soziokulturelles Zentrum für Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen. Der Standort als zentrale Lage zwischen Villingen und Schwenningen war für den Vorsitzenden stets auch ein politisches Signal für die gemeinsame Stadt. Im Jahr 2014 gab er sein Amt in jüngere Hände.

Kunstpassion

Neben mehreren pädagogischen Tätigkeiten, etwa im Auftrag des Rotary Clubs mit der Leitung einer Lerngruppe für Schüler, die Förderbedarf beim Lesen und Schreiben haben, war Klemens Auberle auch Gründungsmitglied des Vereins für Jugend- und Berufshilfe als Instrument gegen Jugendarbeitslosigkeit sowie Vorsitzender der Klaus-Ringwald-Stiftung in Schonach, in der er seine Kunstleidenschaft ausleben konnte.

Die Trauerfeier für Klemens Auberle, der im Mai seinen 84. Geburtstag gefeiert hat, findet am Donnerstag, 30. Oktober, um 14.30 Uhr in der St. Franziskuskirche in Schwenningen statt, die Beisetzung erfolgt einen Tag später auf dem Hauptfriedhof in Freiburg.