VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle freut sich über den Deal mit LBBW. Foto: /Lichtgut/Ferdinando Iannone

Mit der LBBW als neuem Partner auf der Brust sendet der Fußball-Bundesligist ein Signal – auch an mögliche Investoren, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Der VfB Stuttgart befindet sich auf einem guten Weg. Dabei ist die Mannschaft von Chefcoach Sebastian Hoeneß zuletzt einfach mal auf die Überholspur ausgeschert, hat mächtig Gas gegeben und ist in die Champions League gestürmt. Da hatte es das Team auf der Vorstandsetage schwer, das Tempo mitzugehen. Doch Alexander Wehrle und Co. haben schnell aufgeholt.

 

Mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) präsentiert der Fußball-Bundesligist nicht nur einen neuen Hauptsponsor, der aus der Region kommt und sich mit der Region identifiziert, sondern gleichzeitig beendet er nach der gerade begonnen Saison die geschäftliche Liaison mit dem bei den Fans ungeliebten Wettanbieter Winamax.

Doch dieser Deal war im Sommer 2023 notwendig, um nicht noch einen Stammspieler aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen zu müssen. Schneller als gedacht, hat Wehrle nun eine Ausstiegsoption nach zwei Jahren genutzt – weil der VfB eine passende Alternative gefunden hat. Monetär bietet das Geldinstitut aus der Schwabenmetropole ähnlich viel wie das französische Unternehmen aus der Glücksspielbranche. Im Schnitt acht Millionen Euro im Jahr bedeuten einen starken Abschluss. Damit lässt sich arbeiten und zunächst mittelfristig planen. Zumal das jetzt verkündete Engagement nur der Anfang einer erneuerten und erweiterten Partnerschaft sein soll.

Der VfB will langfristig von der Zusammenarbeit mit der LBBW profitieren. So wie in anderen Bereichen von den Sponsoren, die kürzlich dazu gekommen sind. Siehe die Schwarz-Gruppe und SAP – Unternehmen, die in Baden-Württemberg verwurzelt sind und das sogenannte Weltmarkenbündnis mit Mercedes und Porsche (inklusive der Tochter MHP) ergänzen. Geholfen hat dabei sicher der Einstieg des Sportwagenherstellers aus Zuffenhausen als VfB-Investor und das dahinter stehende Konzept.

Dieser regional geprägte Zusammenschluss stärkt das Fundament und schafft einen größeren Rahmen, um den überraschenden sportlichen Erfolg mit der nötigen Infrastruktur und den möglichen finanziellen Mitteln zu festigen. Womöglich lockt der LBBW-Schriftzug auf der aktuell breiten VfB-Brust sogar einen weiteren Investor, den die Stuttgarter finden wollen. Wie gesagt: Der VfB ist auf einem guten Weg, mit Geduld und Geschick ein moderner Traditionsverein zu werden, der sich in der Bundesligatabelle wieder oben etabliert.