Ortstermin an der geplanten Trasse der Lautlinger Ortsumfahrung – der Landschaftsverbrauch soll durch Stettener Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden. Foto: (sb)

Stettener Ausgleichsflächen sollen Landschaftsverbrauch und Eingriffe in die Umwelt kompensieren, die im Zuge des Baus der Lautlinger Ortsumgehung anfallen könnten? Klingt etwas sonderbar, ist aber so.

Stetten a.k.M. - Leicht irritiert hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zur Kenntnis genommen, dass im Rahmen des Neubaus der umstrittenen Lautlinger Südumfahrung Ausgleichsmaßnahmen auf dem Gebiet der Gemeinde Stetten am kalten Markt vorgenommen werden sollen. Auf drei im Eigentum des Bundes befindlichen Flurstücken – zwei befinden sich auf der Gemarkung Glashütte, das dritte auf der von Stetten – sollen als Ausgleich für die "erheblichen Eingriffe in Natur und Landschaft" beim Bau der Umgehungsstraße Flächen naturnah aufgeforstet beziehungsweise in magere Flachland-Mähwiesen verwandelt werden.

Landschaftsverbrauch soll kompensiert werden

Bürgermeister Maik Lehn erläuterte den Sachverhalt. Die Umweltverträglichkeitsprüfung, die im Vorfeld des mittlerweile angelaufenen Planfeststellungsverfahrens vorgenommen worden war, hat – kaum überraschend – ergeben, dass umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind, um den Landschaftsverbrauch und den Verlust von Lebensraum für bestimmte Arten zu kompensieren – beispielsweise Gehölzpflanzungen zur Lenkung von Fledermäusen oder Querungshilfen für Kreuzottern.

In diese Ausgleichsmaßnahmen soll auch ein 9,32 Hektar großes Flurstück in der Nähe des Stettener Tennisplatzes einbezogen werden – ihm ist eine Zukunft als Magerwiese zugedacht, desgleichen einer weiteren, 3,16 Hektar großen Fläche auf der Glashütter Gemarkung. Eine dritte Fläche wird aufgeforstet, und zwar naturnah – wirtschaftliche Gesichtspunkten sind nachrangig.

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Spricht etwas dagegen? Aus Sicht der Gemeinde eigentlich nicht – Bürgermeister Lehn erklärte, man habe keine Bedenken gegen die genannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf dem Gemeindegebiet. Indes hat noch bis Dienstag, 20. Juli, jeder Bürger die Gelegenheit, im Zuge der Auslegung die Planungsunterlagen und die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung einzusehen – sie befinden sich im Zimmer E-1 des Stettener Bürgerbüros und sind während der Dienststunden für jedermann zugänglich.

Etwaige Einwendungen nimmt das Referat 24 des Regierungspräsidiums Tübingen bis einschließlich 1. Oktober bei der Gemeinde Stetten oder in der Konrad-Adenauer-Straße 20 entgegen – schriftlich oder zur Niederschrift.

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