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Lauterbach Schneewittchen und ein bisschen James Bond

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Die Harmonie lieferte ein umjubeltes Konzert ab, woran auch Solistin Lena Fischer mit dem Fagott großen Anteil hatte. Fotos: Anton Foto: Schwarzwälder Bote

Abwechslung, Unterhaltung und eine besondere Überraschung bot der Musikverein Harmonie Sulzbach bei seinem Jahreskonzert im Gemeindehaus Lauterbach.

Lauterbach-Sulzbach. Ausführende waren das Jugendorchester Lauterbach-Sulzbach unter der Leitung von Ralf Vosseler sowie die Hauptkapelle des Musikvereins Harmonie, die seit knapp zwei Jahren vom Chef der Blaskapelle Egerländer Gold, Komponist Mathias Gronert, geleitet wird. Der Vorsitzende der "Harmonie", Klaus Brucker, konnte ein voll besetztes Haus begrüßen.

Hoch hinaus: Es geht in den Weltraum

Klangliche Vielfalt mit Melodien verschiedener Stilrichtungen versprach das Moderatoren-Team Claudia Schreiber und Tobias Brucker zu Beginn – und dieses Versprechen wurde schon beim Auftritt des Jugendorchesters eingehalten.

Angesagt wurden die drei Titel von Katarina Ginter und Anna Brucker. Die Jugendlichen nahmen beim Satz "Take Off" aus der "Space Suite" von Marcel Saurer die Besucher mit bei einem Start in den Weltraum. Über flirrende Klarinetten setzten die Blechbläser das Thema. Auf das wuchtige Entrée ließ das Orchester mit synkopischem Rhythmus eine schwungvolle tänzerische Passage folgen, die wie eine Aufforderung zum Abheben klang.

Zum Träumen lud die "Air for Winds" von A. Waignein mit ihrer romantisch dahinfließenden Melodik ein. Der samtene Klang wurde durch liebliche Holzbläser und weiches Blech erzeugt.

Spannung pur war angesagt bei "The Great Locomotive Chase" von R.W. Smith. Röhrenglocken leiteten den Start ein und die Lok kam langsam mit tiefem Blech und Percussion in Bewegung. Saxofone und Klarinetten begleiteten sie auf voller Fahrt. Posaunen schilderten vorüberziehende Bilder, Holzbläser brachten Entspannung.

Starke Akzente, kräftige Signale und Glissandi wiesen auf Gefahren hin, bis mit dem Ritardando der Klarinetten das Ende der Fahrt angezeigt wurde. In der Zugabe nach dem kräftigen Applaus konnten sich bei rockig-fetzigen Klängen die Register noch einmal richtig austoben.

Neue Wege beschritt das Hauptorchester unter seinem innovativen und souveränen Dirigenten Mathias Gronert. Die Ansagen des Moderatoren-Duos trafen ins Schwarze und waren mit Humor gespickt. Schon die Ouvertüre "Dynamica" von Jan van der Roost verhieß musikalisches Leben. Die Trompeten eröffneten mit zackigem Einsatz. Klarinetten, Saxofone und Hörner erwiderten mit weicher Tongebung. Posaunen im Stakkato steigerten den Klang, doch gab es ein wiederholtes Auf und Ab, bei dem gestopfte Trompeten und rasante Klarinetten einen besonderen Sound ergaben, bis alle Register zum Finale zusammentraten.

Volksmelodien im englischen Flair

In die englische Folklore entführte die Kapelle mit dem Marsch aus der "English Folk Song Suite" von R.V. Williams, einer Auftragskomposition für eine königliche Militärkapelle. Volksmelodien im englischen Flair wechselten mit kraftvollem Blech, über dem die Holzbläser mit akrobatischer Schnelligkeit ihre Sechzehntelfiguren spielten.

Zum Titel "Noah’s Arche" von Bert Appermont gaben die Moderatoren Nachhilfe in Bibelkunde. Tobias Brucker rechnete die biblischen Größenangaben in heutige Maße um, wobei er bei der Arche zur Größe der Titanic kam.

Bei diesem und anderen Titeln boten die Akteure ein Erlebnis für Augen und Ohren, denn auf einem transparenten Vorhang zeigten sich Szenen des Archebaus und der Sintflut. Herrschte anfangs mit dunkler Klangfärbung noch eine düstere Stimmung, so hellte sie sich bald auf mit fröhlichen Klarinetten und dem Marsch der Tiere im Crescendo. Bässe und Trommeln gaben bei Sturm und Regen Signale der Erregung, Klarinetten und tiefes Blech sendeten Warnrufe aus, grelles Fortissimo stand für Zerstörung und Tod. Harmonie kehrte zurück mit wohltönendem Zusammenklang und hellen Instrumentalstimmen.

Der Komposition "Fantillusion" von Takashi Hashide unterlegten die Arrangeure der Harmonie Bilder aus Walt Disney-Filmen. So marschierten Schneewittchen und die sieben Zwerge, Aladin mit der Wunderlampe und die Schöne und das Biest über die Leinwand zu fantastischen Klängen, mal feierlich wie Fanfarenton, mal zackig-bizarr wie bei Aladin und dem Dschin, mal walzerselig wie beim Tanz der Schönen mit dem Biest – ein Feuerwerk der Melodien bis zum Fortissimo.

Leicht und beschwingt, doch mit eingebauten Hürden durch ungerade Takte und Taktwechsel, meisterte die hervorragend vorbereitete und geleitete Kapelle die Serenade von Derek Bourgeois. Ein Glanzstück offerierte das Orchester mit dem Titel "Der alte Brummbär" aus der Feder von Julius Fucik.

Solistin Lena Fischer beweist großes Talent

Als Solistin brillierte die Fagottistin Lena Fischer. Scheinbar mit leichter Hand entlockte sie dem großen Bassinstrument Läufe und Figuren, die an die Bewegungen eines Tanzbärs erinnerten. Das Orchester ging mit schöner Mehrstimmigkeit auf die Solistin ein. Zum Schluss sorgte der dynamische Gegensatz zwischen ruhevollem Solospiel und aufgepeitschtem Orchester und anschließendem Accellerando des Fagotts für Spannung bis zum letzten Ton. Der grandiose Applaus wurde mit einer Zugabe belohnt.

Großes Kino mit Soundtracks aus Bond-Filmen erwartete die Besucher beim Medley "James Bond 007", bei denen die Kapelle Titel aus "Octopussy" oder "Goldfinger" Revue passieren ließ und auf der Leinwand Roger Moore, Sean Connery und Gerd Fröbe erschienen. Neben alarmierenden Signalen gab es auch romantische Klänge zu Liebesszenen.

Dem Vorsitzenden blieb nach dem lang anhaltenden Schlussapplaus der Zuhörer, der mit zwei Zugaben belohnt wurde, nur noch der Dank an alle Mitwirkenden bei diesem überaus gelungenen Konzert.

 
 

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Karin Zeger

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