Die Sanierung der 200 Meter Bachmauer auf der "Szene-64"-Seite hätte allein 750 000 Euro gekostet. Foto: Riesterer

Eine mögliche Renaturierung des Lauterbachs im Bereich der Geißhalde ist vom Tisch. Würde die Stadt das Gelände dort erwerben, dann müsste sie die komplette Sanierung der Bachmauer übernehmen.

Schramberg - Abgesehen von Jürgen Kaupp (CDU) gab es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats zum Thema Lauterbach-Renaturierung keine Fragen hinsichtlich des Projekts in unmittelbarer Nähe zur "Szene 64". Für die übrigen Ratsmitglieder war klar: Das Vorhaben ist gestorben.

Verkauf nur "im Paket"

Die Stadt hatte überlegt, im Zuge des dortigen Sanierungsgebiets den durch die Firma Junghans einst zwischen zwei Mauern eingepferchten Lauterbach offener zu gestalten. Das Gelände dazu hätte der Eigentümer des Areals verkaufen müssen. Dies wäre auch möglich gewesen, aber nur im "Paket". Dabei hätte die Stadt rund 200 laufende Meter Bachmauer an der südlichen Seite mitübernehmen müssen, deren Sanierung allein schon 750 000 Euro kosten würde. Einzig die nördliche Seite zu verkaufen, das hatte der derzeitige Münchner Eigentümer ausgeschlossen. Und die Stadt habe da auch nochmals nachgefragt, versicherte Fachbereichsleiterin Umwelt und Technik, Petra Schmidtmann.

Kein Fachvortrag nötig

Und allein eine Sanierung der Mauer ist aus dem Fördertopf ökologische Verbesserung eines Gewässers nicht bezuschussbar. Nur dann, wenn dieses ökologisch verbessert wird, gibt es bis zu 85 Prozent vom Land dazu. Würde nur die nördliche Seite so verbessert, würde dies die Stadt aus eigenem Haushalt lediglich 150 000 Euro kosten – allerdings hätte dann das Gelände im Eigentum der Stadt sein müssen, ansonsten gibt es keine Förderung.

Zuvor hatte auch schon Sitzungsleiter Jürgen Winter hinsichtlich des Vorgehens zu dem Tagesordnungspunkt festgestellt: "Das läuft in eine Richtung, dass wir keinen Fachvortrag des Landschaftsarchitekten brauchen". Eine Verlängerung des Sanierungsgebiets ist nämlich nicht mehr möglich – und so soll dieses im Frühjahr 2023 auch abgerechnet werden.