So kannten die Menschen Karl Hils (†) – immer mit einem Lächeln auf den Lippen.Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Nachruf: Metzgermeister und Wirt Karl Hils mit 88 Jahren verstorben / Freie Zeit der Familie gewidmet

Er war einer der großen Handwerksmeister der Region, der seinen Betrieb geprägt hat und die Basis für heutige Erfolge legte: Nun ist Metzgermeister Karl Hils am vergangenen Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben.

Lauterbach. Sein langes Leben war schon in jungen Jahren von viel Arbeit geprägt. Geboren wurde Karl Hils am 29. September 1931. In seiner Heimatgemeinde Lauterbach besuchte er die Grundschule und später das Gymnasium in Schramberg.

Allerdings brachte das Kriegsgeschehen eine frühe Zäsur in seinem Leben: Karl Hils brach die Schule ab und begann eine Metzgerlehre im heimischen Betrieb. Sein Vater kehrte als Soldat nicht mehr aus dem Krieg zurück – und so musste er gemeinsam mit seiner Mutter und Schwester das im Jahr 1864 gegründete Traditionsunternehmen am Laufen halten.

In jenen Jahren existierte die Metzgerei in Kombination mit der Gaststätte Traube. Freie Tage gab es schlichtweg keine, da entweder Metzgerei oder Gaststätte geöffnet waren. Lediglich am früheren Feiertag Buß- und Bettag konnte durchgeatmet werden.

Anfang der 1950er-Jahre arbeitete Karl Hils einige Monate im "Lamm" in Rottweil sowie einen Sommer auf der Nordseeinsel Borkum – wovon er noch Jahre später schwärmte. Ansonsten hielt er Lauterbach die Treue, wo er Anfang der 1960er-Jahre an der Schramberger Straße mit dem Friseur Weber ein doppeltes Geschäftshaus baute. Dort wurde eine Filiale der Metzgerei eröffnet. 1972 wurde die Gaststätte renoviert und 1976 die Schinkenräucherei an der Hornberger Straße gebaut.

Sein Sohn Karl Hils – der heutige Firmenchef – entlastete den Vater in den 1980er-Jahren, bevor er die Metzgerei 1987 pachtete. Der Senior konnte sich daraufhin auf die Gaststätte und Räucherei konzentrieren. 1989 wurde die Gaststätte verpachtet, bevor diese 1994 aufgegeben und zu einer größeren Metzgerei umgebaut wurde.

Waschechter Rentner war Karl Hils erst, als sein Sohn Christof die Schinkenräucherei übernommen hatte. Doch auch danach war er immer noch mit Rat und Tat dabei – und bei Bedarf auch mit helfenden Händen.

1959 heiratete er seine Frau Irmgard, aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Für eine Beteiligung am öffentlichen Leben blieb angesichts der Fülle der Aufgaben naturgemäß wenig Zeit. An diesem beteiligte er sich aber gerne, wenn die Vereine in die Gaststätte kamen, wo es viel zu diskutieren gab. "Das war oft deutlich interessanter als jedes Fernsehprogramm", berichtet sein Sohn Karl. Als Rentner wurde der Senior Sänger im Männergesangsverein Lauterbach.

Wenn es die Zeit doch einmal zuließ, wanderte der Metzgermeister gerne oder fuhr Ski. "Er war ein absoluter Familienmensch", sagt sein Sohn. Anstatt sich in der knapp bemessenen Freizeit auszuruhen, unternahm er gerne etwas mit seinen Kindern – so ging es beispielsweise zum Skifahren nach Schonach. Die seltenen Reisen führten Karl Hils beispielsweise nach Südtirol, im Ruhestand dann sogar in die USA.

Die Beerdigung findet aufgrund der Corona-Bestimmungen im Familienkreis statt. Ein Requiem wird es zu einem späteren, bislang noch bekannten Zeitpunkt geben.

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