Meteoriteneinschlag am 15. Februar 2013 im russischen Tscheljabinsk. Foto: Gorbunova

Und wieder hat es über Donaueschingen geknallt: Mittwoch gegen 22.30 Uhr hörten mehrere Menschen in der Stadt zwei laute Geräusche, die kurz aufeinander folgten.

Donaueschingen - Das Thema wird in den lokalen Gruppen der sozialen Medien bereits aufgeregt diskutiert. Manche berichten dort von einem hellen Lichtblitz. Besonders in Aufen scheinen die Geräusche gut zu hören gewesen zu sein. "Es war wirklich angsteinflößend. Das ganze Haus hat gebebt", schreibt eine Nutzerin. "Es war wie wenn etwas explodiert wäre", erzählt Landwirt Christoph Meyer, der auf dem Steinenhof in Aufen lebt. "Ich kann mir nicht vorstellen, was das war." Der erste Knall sei lauter gewesen als der zweite. Er habe direkt nach seinen Tieren auf der Weide geschaut. "Die Kühe waren alle ruhig und unaufgeregt."

Militärischer Flugbetrieb ist nicht die Ursache

Auch im Rathaus hat man keine Erklärung: "Wir wissen von nichts", sagt Jennifer Schwörer von der städtischen Pressestelle. Und Presseoffizier Philipp Riedl vom Jägerbataillon 292 erklärt: "Wir hatten am Mittwoch keine Nachtübung. Dort war nichts." Auch das Luftfahrtamt der Bundeswehr verzeichnet für diesen Tag keine Aktivität: "Die Auswertung der Radardaten vom 21. Juli, im Zeitraum von 22 bis 23 Uhr Ortszeit im Großraum Donaueschingen hat keinen militärischen Flugbetrieb festgestellt", heißt es von dort.

"Grundsätzlich kann ein Meteorit zerplatzen, wenn er auf die Erde kommt", sagt Frank Postberg. Der Wissenschaftler arbeitet an der FU Berlin im Institut für Geologische Wissenschaften im Bereich Planetologie und Fernerkundung. Das Licht könnte von Teilen kommen, die verglühen. Ein Experte für solche Phänomene ist Mario Trieloff. Er ist Professor am Institut für Geowissenschaften der Uni Heidelberg und erforscht die Auswirkungen von Meteoriten-Einschlägen. Er sagt, es könne gut sein, dass es sich bei den Knall-Geräuschen um so etwas handelte. Auch der Lichtblitz passe dazu: "So etwas kommt öfters vor als man denkt, in dem meisten Fällen bleibt es unbemerkt, weil es über unbewohnten Gebieten oder den Ozeanen passiert."

In den sozialen Medien wird eine vermeintliche Lösung präsentiert: In der Aufener Brigachtalstraße soll jemand ein illegales Luftfeuerwerk gezündet haben.