Volle Kirche und bewegende Musik: ein Frauenchor und ein Akkordeon-Ensemble verzaubern beim Benefizkonzert in Kommingen. Spenden fließen für den guten Zweck.
Volles Haus in der altkatholischen Kirche Sankt Johannes in Kommingen: Das Benefizkonzert zugunsten der Erhaltung des Gotteshauses lockte am Sonntagabend zahlreiche Besucher an.
Der Vorsitzende des altkatholischen Kirchengemeinderats, Rainer Happle, freute sich in seiner Begrüßung über die positive Resonanz. Sein Vorstandskollege Karl Heer, der für die Organisation des musikalischen Programms verantwortlich zeichnete, konnte gleich zwei hochkarätige Akteure für den Abend gewinnen: den Frauenchor „Lie-Chörchen“ aus Ewattingen sowie ein Ensemble des Blumberger Akkordeon-Orchesters.
Ein stimmungsvolles Ganzes
Obwohl das Konzert nicht unter einem bestimmten Motto stand, passten viele Titel hervorragend zueinander und zeichneten gemeinsam das Bild einer wunderbaren Hommage an das Leben mit seinen verschiedenen Lebensphasen sowie den entsprechend facettenreichen Stimmungen und Emotionen.
Unter der Leitung von Chorleiter Stefan Wehinger eröffneten die knapp 20 Frauen den ersten Konzertteil mit der bekannten, hoffnungsvollen Ballade „You raise me up“, bevor sie in „The Colours of the Wind“ einen Abstecher zum Disney-Film „Pocahontas“ unternahmen. Wie sich das Zeitempfinden im Laufe des Lebens verändert, verdeutlichte der Chor im Titel „Zeit“ von „The Certain Something“. Das Glaubenslied „Zeit“ von Andi Weiss folgte vor Paul Simons populärem Hit „The Sound of Silence“. Hoffnungsvoll ging es weiter mit Udo Lindenbergs „Horizont“, auf das mit „Viva la Vida“ von Coldplay eine wahre Hymne an das Leben folgte.
Mit dem Welthit „Stand by Me“ endete der abwechslungsreiche Konzertteil, bei dem den Frauen ihre Freude am Singen deutlich anzumerken war. Das Publikum belohnte die gelungenen Darbietungen mit kräftigem Applaus und freute sich über die Zugabe „Vita“ von den Fäaschtbänklern, bei der Dirigent Stefan Wehinger sich selbst bei den Sängerinnen einreihte und mit seiner klaren, kräftigen Stimme begeisterte.
Geschichte über das Glück
Als passende Überleitung in den zweiten Konzertteil las Pfarrer Stefan Hesse eine Geschichte über das Glück von Susanne Niemeyer vor, in der sie dazu aufruft, das Leben zu genießen und sich an den positiven Dingen des Lebens – wie etwa der Entdeckung eines geheimen Ortes, der Erfüllung eines ersehnten Wunsches oder auch einfach nur dem Duft frischer Wäsche – zu erfreuen.
Ein Ensemble des Blumberger Akkordeon-Orchesters unter der Leitung von Dirigent Waldemar Lang, der sich zu seinen Spielern gesellte, gestaltete den zweiten Konzertteil mit einer musikalischen Reise, die von Leid und tiefer Sehnsucht bis hin zu feurigem Temperament und sprühender Energie reichte.
Gefühlvoll und melancholisch begann die Reise mit der Tango-Komposition „Oblivion“ von Astor Piazzolla, bevor die nächste Station „Elementa“ in einer Bearbeitung von Michael Vonnier in drei Sätzen sehr eindrucksvoll die Elemente „Wind“, „Terra“ und „Fire and Ice“ beschrieb und den Spielern einiges abverlangte.
Ausklang nach Wohlklang
Mit „Gabrielas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ erklang in der Kirche eine Hymne an die Freiheit. Populäre Melodien ertönten anschließend in „Palladio“, das mit kraftvollen Rhythmen und klaren Strukturen die Wichtigkeit von Harmonie und Balance sowohl im Leben als auch in der Musik unterstrich. Nach diesen erstklassigen Stücken, von den Zuhörern mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt, spielten die Musiker als Zugabe noch einmal den dritten Satz „Fire and Ice“ aus dem Werk „Elementa“.
Wer wollte, konnte den Abend noch mit einem Getränk ausklingen lassen. Die eingenommenen Spenden kommen dem Erhalt der Kirche zugute.
Die Kirche St. Johannes
Spendenzweck
Die altkatholische Kirche St. Johannes in Kommingen wurde im November 1959 mit einem Gottesdienst und einem Benefizkonzert eingeweiht. Um das Gotteshaus kontinuierlich instand zu halten, organisiert der Kirchengemeinderat jährlich ein Benefizkonzert auf Spendenbasis, mit dessen jeweiligen Einnahmen die notwendigen Arbeiten, die nicht in Eigenleistung durchgeführt werden können, mitfinanziert werden können.