Die Lauffenerin Laura Gloning spielte mit der Deutschen U19-Nationalmannschaft eine tolle Europameisterschaft in Belgien. Das Finale gegen Spanien ging erst im Elfmeterschießen verloren.
Es läuft die 60. Minute im Halbfinale der U19-EM zwischen Deutschland und Frankreich. Eine französische Spielerin dringt in den Strafraum ein, wird im letzten Moment aber von Laura Gloning abgegrätscht. Sport1-Kommentator Oliver Forster meint: „Gloning macht ein gutes Spiel“. Sarah Zadrazil, die mit Gloning bei Bayern München spielt und in dieser Partie als Expertin dabei ist, sagt gar: „Laura macht das heute sehr gut, fast fehlerlos.“
Halbzeitansprache zeigt Wirkung
Wenige Minuten zuvor hatte die 18-Jährige das 1:2 aus deutscher Sicht vorbereitet und damit die Aufholjagd, die schließlich in einem 3:2-Erfolg nach Verlängerung mündete, eingeleitet. Im Gespräch mit unserer Redaktion nimmt uns Gloning mit in die Kabine und sagt: „Wir waren nach der ersten Halbzeit alle unzufrieden und uns auch uneinig. Alle hatten es sich anders vorgestellt. Nach der Pause sind wir aber mit einem ganz anderen Gefühl im Spiel gewesen.“
Nur drei Tage nach diesen kräftezehrenden 120 Minuten stand dann das EM-Finale gegen Spanien auf dem Plan. Wie schon die vergangenen Duell mit den Ibererinnen war es auch dieses Mal knapp, es sollte eine weitere Verlängerung und schließlich sogar das Elfmeterschießen folgen. Hier hatten die Spanierinnen dieses Mal das bessere Ende auf ihrer Seite. Gloning analysiert rückblickend: „Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und es war aus meiner Sicht insgesamt ausgeglichen. Spanien ist immer spielstark aber hat das auch kämpferisch, was eigentlich nicht so ihre Stärke ist, gut gemacht.“
Immer in der Startelf
Zehn Tage nach dem verlorenen Finale überwiegt bei der Lauffenerin aber klar der Stolz über das Erreichte: „Natürlich war man im ersten Moment traurig. Aber wir haben ein tolles Turnier gespielt und im Elfmeterschießen kann nun mal alles passieren.“
Gloning stand in allen der fünf Partien von Beginn an auf dem Platz – dabei wurde sie nur im zweiten Gruppenspiel nach 45 Minuten ausgewechselt. Die Belastung über das Turnier hinweg sei schon extrem gewesen. Zum ersten Mal in ihrer Karriere habe sie gegen Frankreich eine Verlängerung bestritten. „Ich habe das im Finale schon gespürt, es war am Ende ein bisschen ein Krampf. Aber in dem Moment haut man einfach alles raus.“
Große Unterstützung
Dieses Motto nahm sich das ganze Team zu Herzen. Wie schon bei den Turnieren im vergangenen Jahr stand eine tolle Einheit auf dem Platz, die sich von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen ließ. Das Halbfinale verfolgten in der Spitze über eine halbe Million Menschen live auf Sport 1. Gloning erläutert: „Im Spiel macht man sich darüber logischerweise keine Gedanken. Aber drumherum war es schon eine andere Atmosphäre. Man hat so viele Nachrichten von alten Freunden bekommen und auch auf Instagram kamen ständig Follower dazu.“
Die Bedingungen in Belgien samt Plätzen und Hotel seien top gewesen. Die 18-Jährige bilanziert: „Es war eine tolle Erfahrung und ich bin wirklich zufrieden mit dem Turnier.“ Dank der Platzierung unter den besten vier Teams hat sich die Mannschaft zudem für die U20-WM im kommenden Jahr qualifiziert. Diese wird vermutlich in Kolumbien ausgetragen. Und nach einer freien Woche stieg Gloning wie ihre Teamkolleginnen Franziska Kett und Alara Sehitler, die ebenfalls beim Turnier dabei waren, schon wieder ins Training der Bayern-Frauen ein.