Start zum K 35 des Kandern-Trail-Run: Das Shirt mit dem Aufdruck „Run till Death“ ist hoffentlich nicht ernst gemeint. Foto: Birgit-Cathrin Duval

Was vor drei Jahren als Lauf von Freunden für Freude begonnen hat, entwickelt sich zum großen Laufevent und schönstem Trailrun in Südbaden.

Als um 8.30 Uhr die Läufer des K35 am Clubheim des Kanderner FC starten, sind die 30 Ultrarunner bereits seit eineinhalb Stunden auf der 65-Kilometer-Strecke, die bis zum Belchen und zurück nach Kandern führt.

 

„Perfektes Laufwetter“, strahlt Isabelle Bethe, eine der Organisatorinnen des Kandern Trail Masters. Zwar ist es am frühen Morgen noch recht frisch, doch die Sonne scheint und alles ist bestens organisiert. Die Bergwacht aus Sulzburg, Schönau und Istein ist mit 13 Personen und Einsatzfahrzeugen, darunter die geländegängigen Quads auf der Strecke positioniert. Jasper Heinrich gibt grünes Licht, die Technik steht, er hat Empfang zur Egerten-Hütte, wo die Läufer die erste Zeitmessungszone erreichen. Per Funk werden die Daten dann nach Kandern übermittelt.

Großes Einzugsgebiet für die Läufer

Währenddessen machen sich die Teilnehmer parat. Viele sind aus dem Raum Freiburg gekommen, einige aus Waldshut-Tiengen, auch Schweizer Kennzeichen sind auf dem Parkplatz auszumachen. Startnummern werden ans Laufshirt geheftet, die Schnürung der Trailrunningschuhe überprüft, Laufstöcke auseinandergefaltet. Hier und dort laufen sich manche warm, andere stehen in Grüppchen zusammen, unterhalten sich. Es ist ein buntes, fröhliches Miteinander. Die meisten tragen kurze oder dreiviertel Laufhosen und kleine Rucksäcke, in denen Trinkflaschen oder Trinkblasen stecken.

Landschaftlich schöner Lauf

Unter ihnen ist Klaus Bühler aus Schopfheim. Der 66-Jährige ist bereits im vergangenen Jahr mitgelaufen. „Eine tolle Veranstaltung und landschaftlich ein schöner Lauf“, schwärmt er. Ihm geht es nicht um Schnelligkeit. „Wir gehen es langsam an.“ Neben ihm steht Herbert Hebek. „Es ist familiär und wunderbar organisiert“, lobt Hebek. Der 70-Jährige Laufveteran ist Organisator des legendären Silvesterlaufs vom TV Britzingen. „Dass es so einen Lauf über die Berge gibt und das vor unserer Haustüre, das ist richtig toll.“ Früher sei er viel und schnell gelaufen, jetzt geht er es gemütlich an. Die Herausforderung: „Gut auf den Blauen zu kommen und die Strecke genießen“, findet Hebek. Für die An- und Abstiege hat er seine Laufstöcke dabei.

Lisa Myketin klopft sich zum Aufwärmen auf die Oberschenkel. Vergangenes Jahr war sie noch als Zuschauerin dabei, heute läuft sie die 35-Kilometer. Vor zwei Jahren ist die 36-Jährige aus Ehrenkirchen erstmals einen Trailrun, also einen Lauf der nicht über Asphalt, sondern auf Wald- und Forstwegen verläuft, gelaufen. Davor ist sie bei Halbmarathonläufen gestartet. Jetzt hat sie das Trailrunning-Virus gepackt. „Das wird hart, weil’s bergauf geht“, meint sie über die heutige Herausforderung. „Bergauf ist meine Schwäche“. Wichtig ist es, sich beim bergablaufen nicht zu verletzen, sagt sie und tippelt davon, grüßt andere Teilnehmer, bevor der Lauf um 8.30 Uhr gestartet wird.

Denn auch die 35-Kilometer-Strecke hat ihre Anforderungen: Satte 1240 Höhenmeter geht es hinauf. Der heftigste Anstieg beginnt bei Kilometer zehn, wenn die „Kalte Küche“ passiert wird und es auf dem Leideckweg stetig bergauf zum Hochblauen geht.

Der Aufstieg zum Belchen

An der Meierskopfhütte geht es für rund 130 Läufer der 35-KM-Strecke über die Hohwildsberg, Wildsberg und Federlisberg, hoch über Malsburg-Marzell, wieder zurück nach Kandern. Für die 30 Ultraläufer beginnt bei Kilometer 32 die große Herausforderung: der Aufstieg auf den 1414 Meter hohen Belchen. Von dort führt die Schleife zurück, am Nonnenmattweiher vorbei zur Sirnitz, zur Meierskopfhütte, wo die Strecke dann identisch mit der 35er nach Kandern verläuft.

Tobias Kutterer (von links), Isabelle Bethe, Jasper Heinrich bekommen viel Lob für ihre Organisation. Foto: Birgit-Cathrin Duval

Im Ziel angekommen erwartet die Teilnehmer ein kühles alkoholfreies Bier und weitere Verpflegung. Für den reibungslosen Ablauf sorgen neben der Bergwacht rund 20 Helfer . Diese reichen an den Verpflegungsständen isotonische Getränke, Bananen, Riegel, Brezel und Wasser und spornen mit aufmunternden Worten die Läufer an. – Um 8.45 Uhr starten die rund 40 Teilnehmer der entspannten Fun-Runde, die gemütlich zwölf Kilometer und 300 Höhenmeter zurücklegen.

Lob für Organisatoren

Egal ob ambitioniert oder genussvoll – mit der dritten Auflage des Kandern Trail Masters hat sich die Veranstaltung in Kandern etabliert und erneut neue Fans hinzugewonnen. Für die Veranstalter Tobias Kutterer, Isabelle Bethe und Jasper Heinrich, gibt es viel Lob, denn ihnen ist es erneut gelungen, mit vielen Helfern und Sponsoren ein erstklassiges Laufevent auf die Beine zu stellen, das sicherlich mit zu den schönsten Trailrunning-Events in Südbaden zählt.