Geld kann ein sehr wichtiges Thema in der Beziehung sein. Foto: imago/Addictive Stock/Manuel Ruiz

Geld kann ein sehr wichtiges Thema in der Beziehung sein oder zu einem werden. Paartherapeut Oliviero Lombardi erklärt, wie Paare mit dem Thema Finanzen umgehen sollten.

Eine gute Beziehung funktioniert mittel- und langfristig nur auf Augenhöhe. Hierzu gehört auch die Augenhöhe im finanziellen Bereich. Geld kann daher ein sehr wichtiges Thema in der Beziehung sein oder im Laufe der Zeit zu einem werden.

 

Man kann sagen, dass Geld ein modernes Mittel der Wertschätzung ist. Geld kann so zum Beispiel Gerechtigkeit, Freiheit oder Sicherheit ausdrücken. Das Thema Geld kann ebenso die Themen Geiz oder Großzügigkeit transportieren. Beides sind Schlüsselbegriffe, die bei Paar-Problemen immer wieder vorkommen.

Wenn ein Teil mehr verdient

Ein gängiges Problem kann zum Beispiel sein, dass ein Teil mehr verdient als der andere. Der oder die mit weniger Geld fühlt sich oft unterlegen und umgekehrt: Der oder die mit mehr Geld oft ausgenutzt. Schwierig wird es dann zum Beispiel, wenn sich ein Teil der Partnerschaft einen Urlaub wünscht, den sich der andere nicht leisten kann.

Auf der anderen Seite spielt das Thema Geld in einer gut funktionierenden Beziehung meist keine große Rolle. Entweder ist das Thema ausreichend geklärt oder es ist gar keins.

Denn Geld allein führt selten zur Krise. Vielmehr sind Konflikte um Geld ein Symptom, das zeigt, dass verschiedene Sachen in der Beziehung nicht optimal laufen. So zum Beispiel die Kommunikation (auch über Geld) oder Probleme in der gegenseitigen Wertschätzung.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um in einer Beziehung über Finanzen zu sprechen?

Spätestens wenn man zusammenzieht, macht es Sinn, über das Thema Geld zu sprechen. Dann kann man zum Beispiel ein Gemeinschaftskonto anlegen, von dem gemeinschaftliche Ausgaben wie der Einkauf oder der Urlaub gezahlt werden. Restliche private Ausgaben kann weiterhin jeder über sein eigenes Konto abwickeln.

Den perfekten Umgang in einer Beziehung mit Geld gibt es aber nicht. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die auch zur finanziellen Situation passen müssen. Wenn die Partner beispielsweise unterschiedlich viel verdienen oder einer gerade in einer finanziellen Notlage ist, können sie das bei der Aufteilung berücksichtigen.

Sich auch mal aushelfen, ist okay

Erst einmal spricht nichts dagegen, dem anderen für eine bestimmte Phase Geld zu borgen – zum Beispiel, wenn der oder die andere noch studiert oder vorübergehend arbeitssuchend ist. Das sind Engpässe, da kann man schon mal einspringen.

Es können auch Gehaltsunterschiede berücksichtigt werden. Letzten Endes muss das jedes Paar für sich entscheiden. Ein Aushalten des Partners führt allerdings auf lange Sicht oft zu Problemen. Finanzielle Abhängigkeit ist in jedem Fall keine gute Basis - schon gar nicht im Zweifelsfall.

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