Michael Feger (links) und seine Mitarbeiter mit dem 3-D-Laserscanner und das dazugehörigen Robotic-Totalstation Foto: Jehle

Das Aufmaß in historischen Bestandsgebäuden ist oft mühsam und fehleranfällig. Ein Oberwolfacher Planungsbüro setzt nun auf 3-D-Technik, die Zeit spart und präzise Ergebnisse liefert.

Ein Gebäude im Zuge einer Sanierung oder Renovierung auszumessen, ist eine kleinteilige und langwierige Aufgabe. Die Länge und Breite jedes Winkels, jeder Wand, jeder Tür und jedes Fensters müssen mit dem Zollstock per Hand bestimmt werden. Es kann Tage dauern, bis alle Maße aufgenommen sind – und die Fehlerquote ist hoch.

 

Diese Erfahrung machte auch das Team Planwerk aus Oberwolfach, mit dem sich Michael Feger 2022 als Planer selbstständig gemacht hat und das Renovierungen und Neubauten begleitet. „Zu 90 Prozent aber Sanierungen und Umbauten, vor allem alter, denkmalgeschützter Häuser und Bauernhöfe“, führt Michael Feger aus.

Gerade bei diesen gestaltet sich das Ausmessen als besonders aufwendig, berichtet der Chef und Eigentümer im Gespräch mit unserer Redaktion. Niedrige Decken, unterschiedliche und schräge Winkel sowie vieles, was von heutigen Normen abweicht, erschweren die Arbeit erheblich.

Zu 90 Prozent betreut das Unternehmen Sanierungen

Abhilfe kann moderne Technik schaffen – und zwar in Form eines Geräts, das an eine Kamera mit Bullauge auf einem Stativ erinnert. Der gelb-graue Apparat wirkt eher unscheinbar, schafft aber in wenigen Stunden das, wofür ein Mensch sonst Tage benötigt – nahezu ohne Messfehler.

„Der Hochleistungs-3-D-Laserscanner misst alles aus und erstellt Bezugspunkte. Anhand dieser Punktewolke wird ein Plan erzeugt, der anschließend auf ein Tablet übertragen wird“, erklärt Feger. Neben der erheblichen Zeitersparnis ermöglicht dieses digitale Abbild auch, einzelne Bereiche gezielt darzustellen, etwa nur das Dach oder ein einzelnes Geschoss.

Während diese Technik in Ländern wie der Schweiz bereits seit Längerem etabliert ist, gibt es in Deutschland bislang nur wenige Unternehmen, die damit arbeiten. Noch weniger besitzen ein eigenes Gerät samt der dazugehörigen Software. Team Plan mietete einen solchen Scanner bislang gelegentlich an, berichtet Feger.

Vor dem Hintergrund einer guten Auftragslage begann das Unternehmen jedoch im vergangenen Sommer, über eine eigene Anschaffung nachzudenken. Zwar ist der Kauf mit Kosten von rund 100 000 Euro verbunden, doch er bringt deutlich mehr Flexibilität. Der Scanner steht nun jederzeit zur Verfügung, Einsätze müssen nicht mehr lange im Voraus geplant werden. Zudem spielt das Wetter keine Rolle mehr – denn das Messgerät kann nur bei guten Bedingungen eingesetzt werden, da Regen oder Schnee die Ergebnisse verfälschen würden.

„Wir hatten dann das Glück, dass eine Firma aus Stuttgart ihren Laserscanner Ende 2025 verkauft hat“, berichtet Feger. Seine Mitarbeiter mussten anschließend eine Schulung für den Umgang mit der Technik absolvieren. Derzeit sind zwei Angestellte in der Lage, den Scanner zu bedienen, mittelfristig sollen es jedoch mehr werden.

Die Anschaffung habe spürbar für mehr Effizienz gesorgt, zudem seien die Mitarbeiter von der Technik begeistert. Neben der schnelleren Ausmessung bietet das System noch einen weiteren Vorteil: Es lässt sich gewissermaßen „rückwärts“ einsetzen. Feger erläutert: „Wir haben zusätzlich eine sogenannte Robotic-Totalstation angeschafft. Diese kann mit den Daten des Laserscanners gespeist werden, sodass sie vor Ort im Gebäude projiziert, wo Wände, Leitungen oder etwa der Kamin geplant sind.“

Das Gerät ist nur bei gutem Wetter einsetzbar

Das erleichtert sowohl Planern als auch ausführenden Handwerkern die Arbeit erheblich, da sie sich nicht mehr ausschließlich an Plänen orientieren müssen. Beide Geräte seien weitgehend wartungsarm, lediglich die zugehörige Software erfordere etwas Pflege, so Feger.

Die Vorteile von Laserscanner und Totalstation haben sich inzwischen herumgesprochen. „Andere Firmen aus der Region haben bereits angefragt, ob sie die Geräte einmal ausprobieren dürfen“, berichtet Feger.

Technik

3-D-Laserscanner werden in Deutschland bislang nur von wenigen Planungsbüros eingesetzt. Gründe sind die hohen Anschaffungskosten, der Schulungsaufwand für Mitarbeiter und die komplexe Auswertung der Daten. In anderen Ländern ist die Technik weiter verbreitet.