Nachdem einem Haslacher am Bahnhof ein Laptop entwendet wurde, sucht der Geschädigte Zeugen. Die Polizei gibt Hinweise, wie Betroffene schnell reagieren sollten.
Auf unschöne Weise endete für einen Haslacher die vergangene Woche: Unbekannte stahlen ihm am Freitag seinen Laptop am Haslacher Bahnhof. Nun werden Zeugen gesucht, die eventuell gesehen haben, wer das Gerät mitgenommen hat.
Der Haslacher, der anonym bleiben möchte, dessen Identität der Redaktion aber bekannt ist, berichtet, dass er am Freitag, 16. Januar, beim Einstieg in den Zug im Glashäuschen auf Gleis 2 des Haslacher Bahnhofs seinen schwarzen Rucksack liegen ließ. Kurz nach 10 Uhr alarmierte er die Polizei, die den Rucksack umgehend sicherstellte. Doch der Laptop der Marke Lenovo sowie eine externe Festplatte befanden sich nicht mehr darin. Der Haslacher erstattete Anzeige. Da sich die Tat am Bahnhof ereignete, ermittelt die Bundespolizei. Zeugen werden gesucht.
Was dem Bestohlenen widerfahren ist, haben bereits viele Menschen erlebt: Im Jahr 2024 gab es in der Bundesrepublik fast zwei Millionen Diebstähle, darunter rund 107 000 Taschendiebstähle. Die Aufklärungsquote ist gering, dennoch gibt es Möglichkeiten, Täter zu ermitteln und den Schaden zu begrenzen. Einiges können Betroffene selbst tun.
Videoaufnahmen werden nach einigen Tagen gelöscht
Je nachdem, was gestohlen wurde, rät Jana Bisch von der Öffentlichkeitsarbeit der Bundespolizei, so schnell wie möglich alle Bank- und Kreditkarten sperren zu lassen. Passwörter, die auf PCs und Laptops gespeichert sind, sollten umgehend geändert werden. „Wer sogenannte Airtags oder andere Ortungsgeräte angebracht hat, sollte sich unverzüglich bei der Polizei melden und diese über den Standort des entwendeten Guts informieren“, erklärt Bisch. Zudem sei es rechtlich deutlich aufwendiger, Diebesgut in Wohnungen sicherzustellen als an öffentlichen Orten.
Gibt es keine Möglichkeit, den gestohlenen Gegenstand digital zu orten, sei eine sofortige Meldung bei der Polizei zwar nicht ganz so dringlich, dennoch rät Bisch, dies spätestens am nächsten Werktag zu tun. Denn existieren Videoaufnahmen, die zur Aufklärung der Tat beitragen könnten, dürfe man nicht zu lange warten: Diese werden aus Datenschutzgründen in der Regel nach zwei bis drei Tagen gelöscht, sofern die Polizei keinen Antrag auf Sicherung gestellt hat.
Bisch weist darauf hin, dass Züge grundsätzlich videoüberwacht sind, Bahnhöfe jedoch nur in Ausnahmefällen. Grundsätzlich ist die Bundespolizei für Straftaten an oder in Bahnhöfen zuständig – ausgenommen schwerwiegende Delikte wie Mord oder Raub. Für alle anderen Fälle ist die örtliche Polizei verantwortlich. Wisse ein Geschädigter nicht, an wen er sich wenden solle, könne er sich an eine der beiden Behörden wenden, die ihn an die zuständige Stelle weitervermitteln. Die Notrufnummer 110 solle ausschließlich in akuten Notfällen gewählt werden.
Zudem betont Bisch, dass die Polizei bei einem Diebstahl nicht immer sofort vor Ort sein könne. „Wir arbeiten nach Dringlichkeit, und je nachdem, was sonst noch passiert, können die Kollegen nicht immer alles stehen und liegen lassen.“
Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Haslacher seinen Laptop zurückerhält, kann Bisch nicht einschätzen. Die Bundespolizei führt keine Statistik darüber, ob gestohlenes Eigentum wieder an die Besitzer zurückgegeben wird.
Der Haslacher hofft dennoch sehr darauf, denn der Laptop sei zwar finanziell kaum noch etwas wert, enthalte jedoch seine gesamte kreative Arbeit der vergangenen zwei Jahre.
PC ist nicht mehr viel wert, enthält aber kreative Arbeit
Er setzt nun einerseits darauf, dass Videoaufnahmen Hinweise auf den Täter liefern. Andererseits hofft er auf Zeugen, die sich am Freitag, 16. Januar, am Bahnsteig 2 des Haslacher Bahnhofs aufgehalten haben – insbesondere rund um den Zug um 9.54 Uhr in Richtung Offenburg – und etwas Auffälliges beobachtet haben.
Diese werden gebeten, sich bei der Bundespolizei Offenburg unter der Telefonnummer 0781/9 19 00 oder per E-Mail an bpoli.offenburg@polizei.bund.de zu melden. Der Haslacher hat zudem eine Belohnung in Aussicht gestellt.
Diebstähle in Deutschland
Diebstähle in Deutschland sind ein häufiges Delikt, mit einem spürbaren Anstieg bei Ladendiebstählen und Kfz-Diebstählen nach der Pandemie, getrieben durch Inflation und organisierte Kriminalität; während Taschendiebstähle konstant bleiben, verzeichnen Wohnungseinbrüche einen leichten Anstieg. Die häufigsten Delikte sind Ladendiebstahl (circa 426 000 Fälle in 2023), Fahrraddiebstahl und Auto-Diebstahl mit Millionen Fällen pro Jahr. Die Aufklärungsquoten sind überall niedrig. Bei Taschendiebstählen betrug sie 2024 nur sieben Prozent.