Auf der Langenbrander Höhe laufen die Arbeiten zum Verladen der Teile des alten Windrades auf Hochtouren. Foto: Krokauer

Die alte Windkraftanlage der Prowind GmbH und Co. KG auf der Langenbrander Höhe ist zerlegt. Eine polnische Firma kaufte die Anlage. Derzeit sind Mitarbeiter dieses Unternehmens dabei, die Teile der Anlage in Container zu verladen. Am Mittwoch sollen die Rotorflügel abtransportiert werden.

Schömberg-Langenbrand - Das Unternehmen aus Deutschlands Nachbarland kaufte das Windrad für den symbolischen Preis von einem Euro. Die gesamte Anlage habe gleichwohl einen viel höheren materiellen Geldwert, gibt Müllerschön, Geschäftsführer von Prowind, zu bedenken: "Der neue Besitzer der Anlage weiß um den Wert von etwa 100 Tonnen besten Stahls, ebenso um die Bedeutung der immer noch teuren elektronischen und mechanischen Ersatzteile wie Trafo, Schaltanlagen und Getriebe für andere Anlagen."

Inzwischen gebe es zahlreiche Erfahrungen im öffentlichen und privaten Bereich mit polnischen Firmen, so Müllerschön in einer Pressemitteilung: "In den Verträgen sind eine sachgerechte Weiterverwertung und Entsorgung der Materialien zugesichert."

Am Ende wohl ein Gewinn

Die größte Herausforderung sei sicher nicht der Stahl und der Stahlbeton, sondern die GFK-Flügel, die aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK) bestünden. Es gebe in Deutschland beziehungsweise in Polen nur wenige Entsorgungsfirmen, die mit der Verarbeitung des GFK–Materials Erfahrung hätten. "Die Kosten hinsichtlich der Flügel und des Abbaus wird der neue Eigentümer des Windrades mit den Erlösen aus den Rohstoffen und den Ersatzteilen unternehmerisch verrechnen müssen und sicherlich in der Bilanz auch einen Gewinn haben", schreibt Müllerschön.

Derzeit würden die Teile des Windrades in Container verladen, sagte Müllerschön am Montag auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten. Am Mittwoch sollen die Rotorflügel abtransportiert werden. "Danach geht es an das Fundament", sagte der Geschäftsführer über den weiteren Zeitplan.

Rücklagen gebildet

Die Beseitigung des Fundaments dauere rund 14 Tage, schreibt der Geschäftsführer von Prowind in seiner Pressemitteilung. Der Betreiber der Anlage habe jährlich in ein Treuhandkonto bei der Gemeinde Schömberg für die Beseitigung des Fundamentes einbezahlt, schreibt Müllerschön in seiner Mitteilung: "Dieses Geld reicht gut aus." Es gebe kaum Kraftwerke, die so schnell abgebaut würden wie Windkraftanlagen, gibt Müllerschön zu bedenken.

Bereits bei einer anderen Gelegenheit sagte Müllerschön, dass Prowind bis Ende des Jahres aufgelöst werden soll.