Endlich konnte sie stattfinden: die lang ersehnte zweite Auflage der Langen Tafel. Zahlreiche Menschen verwandelten am Samstag die Villinger und Schwenninger Straße in eine große Picknick-Meile, die so einiges zu bieten hatte – allen voran Begegnungen.
Es war wohl eine Mischung aus Glück, richtigem Bauchgefühl und weiser Vorhersage, dass die Verantwortlichen von Kulturamt und Wirtschaft, Tourismus und Räume der Stadt VS (WIR VS GmbH) sich trotz der unsicheren Wetteraussichten für das Austragen der Langen Tafel entschieden hatten.
Denn auch wenn es am Samstagnachmittag und -abend recht frisch und windig war: Es blieb trocken, und das große Picknick, das die beiden Stadtbezirke miteinander verbinden sollte, wurde in seiner zweiten Ausgabe nach 2017 wieder zu einem vollen Erfolg.
Bereits um halb fünf strömten die Menschen von Villinger und Schwenninger Seite mit Bollerwagen, Picknickkorb oder Einkaufstrolley auf das gesperrte Straßenstück zwischen Steig und Hölzlekönig.
Mit Tischdecken und Geschirr geschmückt
Rund 300 Tische hatte die WIR VS aufgestellt, an denen Familien, Freunde, Vereine und Institutionen Platz nehmen durften. Und auch wenn der ein oder andere reservierte Tisch leer blieb, bot sich rasch ein tolles Bild. Die Biertische wurden mit Decken und – teils richtigem Porzellan- – Geschirr geschmückt, auch Deko und Blumensträuße packte mancher aus dem Korb, und darauf kam, was die Besucher an kulinarischen Köstlichkeiten mitgebracht hatten.
Besucher teilen Leckereien
Egal ob Kartoffelsalat, Würstchen, selbstgemachter Avocado-Dip, Muffins, ein Glas Rotwein oder Zitronen-Ingwer-Limo: Es wurde geschlemmt und mit dem Tischnachbarn oder Vorbeiziehenden geteilt, was das Zeug hielt. Denn rasch wurde klar, dass die Picknick-Meile auch ein Ort der Begegnung ist.
Hier konnte man so einige bekannte Gesichter antreffen: Die Schwarzwaldvereine aus Villingen und Schwenningen hatten ebenso Platz genommen wie Mitglieder der Villinger Katzenmusik, der Narrenzunft Schwenningen oder der Ziegelbuben. Hier und da stieß man auf Vertreter aus der Kommunalpolitik, und auch Oberbürgermeister Jürgen Roth hatte mit seinem Referat einen Tisch gedeckt und war in Plauderlaune.
Schwenninger Stadtmusik gibt Platzkonzerte
Und einige der Gäste nahmen nicht nur an einer Tafel Platz, sondern trugen auch auf vielfältige Weise zur Unterhaltung bei. So waren die Trachtengruppe des Heimatvereins Schwenningen und der Gebirgstrachtenverein Almfrieden ebenso anzutreffen wie in eleganten Zwirn gehüllte Männer und in historische Kostüme gekleidete Frauen von Sissis Erben. Die Schwenninger Stadtmusik gab Platzkonzerte und zog über die Festmeile. Die Guggenmusiken Hättä Lila, Fetzä Bätscher und Fazenedle heizten an den Tischen ein.
Auch das Team des Innenhof-Festivals nutzte die Chance, das Programm einmal anders als gewohnt unter die Leute zu bringen. Für Spaß nicht nur bei den jüngsten Besuchern sorgten bunt verkleidete Stelzenläufer. Immer wieder flogen riesige Seifenblasen durch die Luft und glänzten im Abendlicht. Es gab Kinderschminken, Möglichkeiten zum Malen und Spielen, passend zum Jubiläum der Schwenninger Firma waren Tische mit Tip-Kick-Spielen aufgebaut.
Nachwuchs tritt auf
Kinder und Jugendliche waren zudem selbst aktiv als Tänzer und Musiker, präsentierten Akrobatik und Sketche. Die Kommunalpolitik nahmen Stadtführer und Akteure der „Wächters Runde“ unter dem Motto „Oh du schöne Doppelstadt“ aufs Korn und brachten die Feiernden an den Tischen zum Singen eines Kanons.
Helfer im Einsatz
Unermüdlich waren die Helfer der Rotary Clubs Villingen-Schwenningen und VS Mitte, des Round Tables 76 und des Lions Club VS Mitte im Einsatz und sorgten dafür, dass die Getränke an den Tischen nicht ausgingen. Denn auch wenn mit dem Einbrechen der Dunkelheit die Temperaturen merklich abkühlten und sich die Reihen lichteten, hielt es viele noch lange auf der Festmeile, sie genossen ein letztes Glas – und summten zu den melancholischen Klängen von Heike und Ralf Kempter als „Die zwei Necklemer“ mit.