Marc Stahl vom THW (von links), Michael Gollor, stellvertretender Feuerwehrkommandant Calw und Calws OB Florian Kling freuen sich über den neuen Standort für das THW. Foto: Strienz

Die Standortentscheidung ist gefallen und der Kaufvertrag unterschrieben: Das THW, das seit Jahren in einer unzureichenden Unterbringung an der Station Teinach auf Neubulacher Gemarkung zu Hause ist, wird ins Herz der Großen Kreisstadt Calw ziehen.

Calw - Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die für die zweckmäßige Unterbringung des THW verantwortlich ist, hat inzwischen den Kaufvertrag des ehemaligen Rexer-Betriebshofs im Stammheimer Feld unterschrieben. Die Freude darüber ist auf allen Seiten groß.

"Für die Bevölkerung ist der starke THW-Ortsverband Calw ein Glücksfall. Die Truppe hat der Stadt Calw und der Region bei sämtlichen Katastrophen beigestanden und geholfen. Zuletzt leisteten die Mitglieder wertvolle Dienste in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen", freut sich Florian Kling, Oberbürgermeister der Stadt Calw. "In den vergangenen Jahren wurde die strukturierte Zusammenarbeit zwischen Calwer Feuerwehr und THW verstetigt und ausgebaut. Erst kürzlich stellte die Stadt den ehemaligen Badischen Hof für Übungszwecke der Helferorganisation zur Verfügung."

"Immer schwer, geeignete Übungsobjekte zu finden"

Marc Stahl, Ortsbeauftragter des THW Calw ergänzt: "Für uns als Katastrophenschutzorganisation ist es immer schwer, geeignete Übungsobjekte zu finden. Für die partnerschaftliche, unkomplizierte sowie unbürokratische Überlassung des Objektes waren wir als Ortsverband sehr dankbar. Dies zeigt auch, wie gut hier Hand in Hand zusammengearbeitet wird."

"Direkt zu Beginn meiner Amtszeit berichteten mir die Vertreter des Calwer Ortsverbands, wie wichtig die Suche nach einem neuen und passenderen Standort sei, der zentraler und für die Mitglieder besser erreichbar sein sollte", berichtet das Calwer Stadtoberhaupt. Vor zwei Jahren hatte dann das Erkundungsverfahren zur neuen Standortsuche für den THW Ortsverband begonnen. Es engagierte sich auch die Stadtverwaltung bei der Standortsuche und brachte eine breite Sammlung eigener Vorschläge und möglicher Liegenschaften in den Prozess mit ein. Bis zuletzt wurde dabei auch ein Grundstück im IKG Würzbacher Kreuz reserviert, für das die Stadt auch noch eine zusätzliche Glasfaserleitung organisierte. Die Auswahl und Priorisierung lag letztlich aber allein beim THW und der BImA.

Grundstück hat die nötige Größe

Als der ehemalige Betriebshof des Busunternehmens Rexer im Stammheimer Feld nach Einstellung des Betriebs Ende 2020 zum Verkauf stand, hat die Stadt direkt Eigentümer und THW miteinander in Kontakt gebracht. "Das Grundstück hatte nach meiner Einschätzung die nötige Größe und bereits Infrastruktur die nah an den Bedarf des THW heranreicht. Neben großen Fahrzeughallen und Carports, sind auch Werkstatt und Tankanlage vorhanden", berichtet Kling. Mit dem verkehrsgünstig gelegenen Platz im Gewerbegebiet liegt das THW zentral und auch nah bei möglichen Synergiepartnern, wie städtischem Bauhof, Stadtwerken, Deutschem Roten Kreuz und Rettungsleitstelle oder dem neuen Feuerwehrhaus Stammheim.

Künftig möchte der Oberbürgermeister das THW auch bei der Aufstellung zu einer krisenfesten und resilienteren Stadt einbeziehen und die Katastrophenvorsorge vorantreiben. "Es ist gut zu wissen, dass engagierte und qualifizierte Frauen und Männer bereitstehen, um im Notfall zu helfen – und das ehrenamtlich, ohne Bezahlung, in ihrer Freizeit! Dieses Engagement braucht Anerkennung und die Rückendeckung der Stadt, die bei der Vernetzung der Blaulichtorganisationen und Krisenvorsorge ihre Aufgaben erfüllen wird." Und auch Marc Stahl ist sich sicher: "Mit dem neuen Standort kann der THW- Ortsverband besser denn je sich in Calw, aber auch im Landkreis einbringen, damit die Hilfe optimal dort wirken kann, wo sie gebraucht wird: bei der Bevölkerung."