Fährt zur U20-WM in die USA: Leni Hirt. Foto: Christian Lenk

Die LG farbtex Nordschwarzwald erlebt hin und wieder Sternstunden, die so nicht vorhersehbar waren.

Die 2:16,90 Minuten über 1000m von Timo Benitz, die beiden Studenten-Weltmeister-Titel von Benitz und auch Jens Mergenthalers oder Elena Burkards sensationeller 5000m-Lauf im letzten Jahr mit einer Zeit unter 15 Minuten sind solche Sternstunden.

 

Seit Samstag bei der Langen Laufnacht in Karlsruher gibt es eine weitere solche Sternstunde der Nordschwarzwälder. Leni Hirt lief über 800m das Rennen ihres Lebens. Nachdem sie bereits im Vorjahr an gleicher Stelle ihre Bestzeit von 2:09,88 Minuten aufgestellt hatte, sollte es in diesem Jahr erneut Bestzeit oder vielleicht sogar die Norm (2:07,50 min) für die U20-WM in Eugene/USA werden.

Das erwarteten nicht mal die Bundestrainer

Dass es aber so eine Leistungsexplosion wird, hatten nicht einmal die Bundestrainer für möglich gehalten. Die 18-Jährige schlug ein unglaublich mutiges Tempo an und hielt es auch auf der zweiten Runde. Selbst die stärker eingeschätzte Konkurrenz wie die Finnin Heini Ikonen oder die schnelle Französin Charlize Nisy konnten der Pace der vorneweg stürmenden Hirt nicht folgen. Leni Hirt sicherte sich am Ende den Sieg in ihrem Zeitlauf in 2:03,76 Minuten, womit sie ihre Bestzeit um mehr als sechs Sekunden steigerte und auch die U20-WM-Norm um fast vier Sekunden unterbot.

Doch damit noch nicht genug, denn über 3000m Hindernis lief Amaja Rahm in 10:21,02 Minuten als Gesamt-Dreizehnte ebenfalls zur U20-WM-Norm. Damit werden – Stand jetzt – mit Julia Ehrle über 5000m, Leni Hirt über 800m und Amaja Rahm über 3000m Hindernis wohl gleich drei Nordschwarzwälderinnen im August zur Junioren-WM fahren.

Tim Hübscher mit beeindruckender Zeit

Bärenstark zeigt sich aber auch Tim Hübscher in Karlsruhe über die 5000m. Der 26-Jährige steigerte sich als Zweiter des zweiten Zeitlaufs auf beeindruckende 14:05,50 Minuten. Neue Bestzeiten liefen auch Victoria Skrzos mit 4:36,51 Minuten und Nele Schaber mit 4:42,85 Minuten über 1500m sowie Paul Schmid über 800m in 1:57,14 Minuten.

Karl Löbe bestätigte seine aufsteigende Form in 3:46,95 Minuten über 1500m und blieb nur knapp hinter Teamkollege Jens Mergenthaler, der in 3:46,07 Minuten deutlich hinter den Erwartungen blieb.